Opel-Rettung: Warum GM bei Opel die Muskeln spielen lässt

Opel-Rettung: Warum GM bei Opel die Muskeln spielen lässt

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Das Opel-Logo an einem Fahrzeug

General Motors entpuppt sich als Spielverderber: Erneut hat GM die Entscheidung über einen Investor für Opel vertagt. Eilig berief die Bundesregierung ein neuerliches Spitzentreffen mit GM-Topmanagern ein. Doch der US-Autoriese hat gute Gründe für seine Hinhaltetaktik.

Das sonnige Wochenende hätte so schön sein können für die Bundesregierung. Fleißig hatten sich Politiker in der Vorwoche nochmals für den Opel-Investor Magna stark gemacht und eine höhere Eigenkapitalquote eingefordert. Flugs erklärte sich die Bundesregierung auch noch bereit, den für die Sanierung notwendigen Staatskredit über 4,5 Milliarden Euro vorerst alleine zu stemmen. Bundeskanzlerin Merkel hatte sich am vergangenen Donnerstag in einem Interview nochmals deutlich für Magna ausgesprochen und die Chancen für den Finanzinvestor RHJ International (RHJI) als „sehr kritisch“ bezeichnet.

Alles hätte darauf hinauslaufen sollen, dass die frühere Opel-Mutter General Motors (GM) in ihrer Sitzung von Freitag endlich den Einstieg des Autozulieferers bei Opel genehmigt. Doch es kam anders als geplant: Der GM-Verwaltungsrat vertagte die Entscheidung - zum zweiten Mal in Folge. In mehr als zwei Wochen, am 8. und 9. September, trifft sich die GM-Spitze zum nächsten Mal. Ob dann wirklich eine Entscheidung fällt, ist nach dem neuerlichen Zeitschinden längst nicht klar.

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Neues Spitzentreffen anberaumt

Die Wünsche der Bundesregierung hat GM damit ebenso auf die lange Bank geschoben wie die Zukunft von Opel. Selbst GM-Chefunterhändler John Smith, der bislang gerne persönlich über den Verlauf der Verhandlungen im GM-Blog Driving Conversations informierte, blieb diesmal stumm.

Nun soll ein Spitzentreffen zwischen einem GM-Vorstandsmitglied und der Opel-Task-Force Bewegung in die verfahrene Sache bringen. GM hat heute Nachmittag bereits das Kommen eines Top-Managers zugesagt. Doch was es dabei noch an substanziellen Dingen zu verhandeln gibt, bleibt unklar. Denn von beiden Opel-Interessenten, dem Konsortium aus Magna und der russischen Sberbank sowie dem Finanzinvestor RHJI, liegen unterschriftsreife Vertragsentwürfe vor.

Die Unstimmigkeiten liegen also nicht mehr im Detail, sondern wohl im Großen. Teile des GM-Managements präferieren nach wie vor das Angebot von RHJI: So bezeichnete Smith den RHJI-Plan in seinen Blog-Beiträgen als „einfacher in der Umsetzung“ und als „wesentlich simpler in der Struktur“. Im Kern geht es dabei um drei Streitfragen:

1. Kontrolle über New Opel

RHJIs Plan ist für GM tatsächlich weit weniger gefährlich als jener von Magna. Der Finanzinvestor will Opel im Alleingang sanieren und hält sich die Option offen, den Autobauern später gewinnbringend zu veräußern. Ein möglicher Käufer könnte dabei GM heißen. Zudem behält GM im RHJI-Plan auch einen größeren Anteil an Opel: Der US-Autobauer bliebe mit 39,9 Prozent an der Marke mit dem Blitz beteiligt. Genau das widerstrebt dem Opel-Betriebsrat. Denn der fürchtet nicht zu unrecht, dass die ungeliebte Ex-Mutter dann weiterhin die Zügel in der Hand behielte.

GM hätte damit deutlich mehr Kontrollmöglichkeiten als im Magna-Konzept, das eine GM-Beteiligung von nur 35 Prozent an New Opel vorsieht.

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