Opel-Sanierung: GM behält Opel-Werke Bochum und Kaiserslautern

Opel-Sanierung: GM behält Opel-Werke Bochum und Kaiserslautern

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Ampel vor dem Opel-Werk in Bochum: GM will den Standort behalten

Die Opel-Mutter General Motors bemüht sich sichtlich um ein besseres Image: GM will die Werke in Bochum und Kaiserslautern behalten. Zudem zahlte der Konzern überpünktlich den Überbrückungskredit für Opel zurück. Zudem will. Doch der Verkauf der GM-Tochter Saab ist geplatzt.

Opel liegt wieder ganz in der Hand des Mutterkonzerns General Motors. Die Amerikaner zahlten am Dienstag den deutschen Überbrückungskredit für die Tochter komplett zurück. GM sicherte gleichzeitig den Standorten Bochum und Kaiserslautern eine Zukunft zu. Sie dürften aber vor einem deutlichen Stellenabbau stehen. Über Details des Sanierungsplans für Opel will GM die europäischen Arbeitnehmervertreter an diesem Mittwoch informieren.

Die Rückzahlung der letzten Kreditrate von 400 Millionen Euro wurde von Bundeskanzlerin Angela Merkel heute bekanntgegeben. „Der deutsche Steuerzahler hat bis zum jetzigen Zeitpunkt keinen Cent an Opel verloren“, betonte Merkel. Mit der Zahlung kann die Opel-Treuhand aufgelöst werden, bei der 65 Prozent der Firmenanteile für einen möglichen Käufer geparkt worden waren. Insgesamt belief sich der Kreditrahmen auf 1,5 Milliarden Euro.

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Verkauf von Saab gescheitert

Unter Berufung auf Regierungs- und Konzernkreise berichtete die „Süddeutsche Zeitung“, dass Opel in der Spitze 1,2 Milliarden Euro in Anspruch genommen habe. Dafür seien 28 Millionen Euro an Zinsen fällig geworden, hieß es in den Kreisen. Nach den bisher bekannten Plänen will GM die Fixkosten in Europa um 30 Prozent und die Kapazität um 20 bis 25 Prozent reduzieren. Nach Angaben von Reilly sollen innerhalb eines Jahres 9000 bis 10 000 der rund 50 000 Stellen in Europa abgebaut werden.

Probleme hat GM in Schweden: Der Verkauf der defizitären GM-Tochter Saab ist vorerst gescheitert. Nach monatelanger Prüfung sagte der schwedische Luxuswagen-Hersteller Koenigsegg die Übernahmegespräche heute ab. Der Zeitfaktor sei entscheidend gewesen, erklärte die exklusive Autoschmiede, die staatliche Bürgschaften für den Deal beantragt hatte. Die Stockholmer Regierung hatte damit gerechnet, dass die EU-Prüfung solcher Hilfen noch mehrere Monate dauern würde.

General Motors kündigte weitere Schritte für kommende Woche an. Aus Kreisen verlautete, es liefen keine Gespräche mit anderen Interessenten und eine Abwicklung von Saab sei wahrscheinlich. GM-Chef Fritz Henderson erklärte, der Konzern sei „natürlich sehr enttäuscht“. Eine mit der Angelegenheit vertraute Person sagte, das GM-Direktorium wolle am kommenden Dienstag über die Zukunft von Saab beraten. Saab wollte ursprünglich die neue Limousine 9-5 in Rüsselsheim bauen. Mit dem geplanten Verkauf des schwedischen Autobauers sollte die Produktion jedoch nach Trollhättan verlagert werden.

Die Sportwagenschmiede Koenigsegg hatte Mitte Juni mit dem GM vorläufig die Übernahme des defizitären Oberklasse-Herstellers Saab vereinbart, doch die Finanzierung blieb fraglich. Koenigsegg setzte auf staatliche Garantien für ein Darlehen der Europäischen Investitionsbank (EIB) im Volumen von rund 450 Millionen Euro. Bislang baut die schwedische Automanufaktur mit 45 Mitarbeitern nur wenige Extrem-Sportwagen im Jahr, die je nach Modell mit über 1000 PS fast 400 Kilometer pro Stunde fahren können und mehr als eine Million Euro kosten. Saab gehört seit zwei Jahrzehnten zu GM.

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