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Opel-Sanierung: GM kann Opel auch ohne deutsche Staatshilfe sanieren

von Andreas Henry

Die Drohung deutscher Politiker, keine Staatshilfen für Opel zu geben, ist hohl. Denn GM hat genug Geld in der Kasse, um die Sanierung selbst durchzuziehen. Und für das vorrangige Ziel des Detroiter Konzerns – die Rückzahlung der Geldspritze des US-Staates durch einen schnellen Börsengang – wären Arbeitsplatzgarantien in Deutschland nur ein Klotz am Bein. Die Opelaner sollten sich auf eine harte Sanierung einstellen.

Der Präsident des Quelle: dpa
Der Präsident des Opel-Mutterkonzerns General Motors (GM), Fritz Henderson, geht am Dienstag (10.11.2009) im Opel Werk in Rüsselsheim an einem Opel Astra vorbei. Henderson hat Opel nach Betriebsratsangaben mehr Eigenständigkeit versprochen. «Fritz Henderson bekräftigte, dass Opel in Europa wieder zu alter Stärke geführt werden solle, mit einem hohen Maß an Unabhängigkeit und Eigenständigkeit innerhalb des GM- Konzerns», teilte Gesamtbetriebsratschef Franz am Dienstag nach Gesprächen mit Henderson mit. Quelle: dpa

Bereits Ende nächsten Jahres, so hatte GM-Chef-Fritz Henderson ehrgeizig verkündet, soll die GM-Aktie, die mit der Flucht unter den US-Konkursparagrafen Chapter 11 vom Kurszettel verschwand, wieder ein Debut an der Börse feiern und dann einen schrittweisen Ausstieg der jetzigen Eigner ermöglichen.

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60,8 Prozent an GM hält nach dem Konkurs der amerikanische Staat, 11,7 Prozent die kanadische Regierung. Das hat dem Konzern in der Wirtschaftspresse den Spitznamen „Government Motors“ eingebracht. Zudem liegen 17,5 Prozent der Anteile in einem Gesundheitsfonds der Gewerkschaft. Und zehn Prozent gehören den ehemaligen Anleihebesitzern, die ihre Zinspapiere im Konkurs gegen Aktien eintauschen mussten.

Raus aus der Beteiligung – und möglichst zu einem guten Preis -  möchten sie alle.

GM-Chef Henderson muss Opel radikal sanieren

Ob GM aber tatsächlich so schnell wieder die Kurve bekommt, ist äußerst zweifelhaft. In einem Interview mit dem „Wall Street Journal“ äußerte sich auch Ed Whitacre, seit Anfang Juli der von der US-Regierung entsandte Chairman von General Motors, skeptisch.

Es sei zu früh über einen Börsengang zu spekulieren, aber „je früher, um so besser“.

Whitacre, der starke Mann im Verwaltungsrat von GM hat einen klaren Auftrag: Der 68jährige soll dafür sorgen, dass der amerikanische Steuerzahler, der den am Rande der Pleite stehenden General-Motors-Konzern vor dem Untergang rettete, seinen gut 50 Milliarden Dollar hohen Einsatz wieder bekommt.

Er gilt als harter Knochen, der GM-Chef Fritz Henderson ständig im Nacken sitzt. Der Druck, den Whitacre dabei ausübt, ist enorm. Der Regierungsgesandte schreckt auch nicht vor Einmischungen ins Tagesgeschäft und klaren Drohungen zurück.

Die Botschaft: Wer es nicht auf die Reihe bekommt, muss gehen. Dazu gehört: einen US-Marktanteil von mehr als 20 Prozent erreichen, kürzere Entwicklungszeiten, schnellere Entscheidungsprozesse.

Die vergangenen Monate hat der ehemalige Chef des Telefonkonzerns AT&T dazu genutzt, sich ein Bild von GM zu machen. Dabei ist unter anderem die Erkenntnis gereift, ohne Opel ist GM den Bankanalysten, die bei einem Börsengang den Daumen heben oder senken, viel schlechter zu verkaufen. Das ist die gute Nachricht für Opel.

Die schlechte ist: Es sollte sich niemand in Deutschland von dem plötzlichen Schmusekurs und der neuen Demut des GM-Vorstandschefs Henderson täuschen lassen. Sein Antreiber Whitacre dürfte, den Börsengang im Blick, kaum große Rücksichten auf deutsche Befindlichkeiten nehmen.

Ihm bleibt für Opel nur eine Option: eine radikale Sanierung, die potenziellen Investoren positive Signale gibt.

GM-Manager fühlen sich stark genug, über das Opel-Schicksal selbst entscheiden zu können

Ein Festhalten an Produktionsstätten in Europa, die im internationalen Vergleich mit Kostennachteilen belastet sind, gehört nicht zwingend dazu.

Auf längere Sicht könnte Deutschland innerhalb des GM-Konzerns wegen seiner wichtigen Ingenieurs- und Entwicklungskapazitäten zum reinen Forschungsstandort degradiert werden – mit entsprechenden Folgen für die Zahl der Arbeitsplätze.

Deshalb geht die Drohung deutscher Politiker, sie werden keine Gelder mehr für die Opel-Sanierung zur Verfügung stellen, ins Leere. Die GM-Manager fühlen sich jetzt wieder stark genug, über das Opel-Schicksal selbst entscheiden zu können.  

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7 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 12.11.2009, 20:13 UhrAnonymer Benutzer: schnutzelpuh

    Die Amis gehen mit ihrer Produktstrategie und Opel hier in Europa unter. Die Amis raffens doch nicht. Die habens bis heute nicht kapiert, was eigentlich passiert ist.

  • 12.11.2009, 09:41 UhrAnonymer Benutzer: @Mariposa

    Welche chevrolets sehen den Opels ähnlich?? Sie meinen wohl eher Saturn.. ;-)

    Aber egal.. Opel sind eh Us-Fahrzeuge, eben welche für den Euromarkt zugeschnitten. Und nicht einmal spezeill für Deutschland.
    Diese Marke ist so deutsch wie Mac donald's.. Das heiddt gar nicht!

  • 12.11.2009, 08:15 UhrAnonymer Benutzer: Rantamplan

    LOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOL

    Und an wen will GM im Falle eines börsengangs die Aktien verkaufen ?

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