Opel-Übernahme: Magna erhält bei Opel Konkurrenz aus China

Opel-Übernahme: Magna erhält bei Opel Konkurrenz aus China

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Flagge mit Opel-Logo: Der Autozulieferer Magna erhält bei seinen Opel-Übernahmeplänen nun Konkurrenz aus China

Der Druck auf den Opel-Interessenten Magna steigt: Nun dürfte auch der chinesische Autobauer BAIC Einblick in die Bücher von Opel erhalten. Bis 15. Juli soll der Opel-Verkauf unterschriftsreif sein - den Opelanern bleibt so lange eine alte Gewohnheit verwehrt.

Der Autozulieferer Magna bekommt möglicherweise doch noch ernsthafte Konkurrenz bei der Übernahme von Opel. Der staatliche chinesische Autohersteller Beijing Automotive Industry Corp. (BAIC) habe die Erlaubnis zur Prüfung der Bücher erhalten, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ unter Berufung auf Kreise der bisherigen Opel-Mutter General Motors (GM).

Das Unternehmen aus Peking wolle schon in den kommenden Tagen mit der sogenannten Due Diligence im elektronischen Datenraum beginnen. Der nächste Schritt wäre eine verbindliche Offerte an die mit dem Verkauf beauftragte Bank Dresdner Kleinwort.

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Magna will zusammen mit der staatlichen russischen Sberbank 55 Prozent an Opel übernehmen (Details siehe Infografik), hat dafür aber hohe Staatshilfen gefordert. Momentan wird an den Details des Verkaufs gefeilt. Laut Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) gibt es parallel Kontakt zu mehreren anderen Interessenten.

Opel-Vertrag bis Mitte Juli unterschriftsreif?

Für die Bundesregierung und für GM ist der Einstieg der Chinesen in den Bieterprozess ein willkommenes Mittel, den Druck in den Verhandlungen mit Magna zu erhöhen, erläuterte die „FAZ“. Der österreich-kanadische Autozulieferer gilt weiterhin als Favorit für die Übernahme des kriselnden deutschen Autobauers.

Kreisen zufolge soll der Verkauf an das Konsortium um Magna bis zum 15. Juli unterschriftsreif sein. „Es war vereinbart, dass Magna und GM am 15. Juli ihre Verhandlungen so weit abgeschlossen haben, dass im Grunde genommen ein Vertrag erstellt werden kann“, sagte eine mit der Situation vertraute Person zu Reuters.

Magna und GM haben offiziell als Ziel für eine Vertragsunterzeichnung den Juli ins Auge gefasst, jedoch kein konkretes Datum genannt. Ein GM-Europa-Sprecher wollte den Termin nicht bestätigen, sagte aber: „Ziel ist es in der Tat, eine solche Vereinbarung zu erreichen.“ Magna lehnte eine Stellungnahme ab. Co-Chef Siegfried Wolf hatte Anfang Juni gesagt, er erwarte eine finale Vertragsunterzeichnung in vier bis fünf Wochen. Nach der Zustimmung der Behörden sei mit einem Abschluss des Deals Ende September zu rechnen.

Das ist auch der Zeitplan, den GM-Europa und die Treuhandgesellschaft verfolgen, die bis zum Verkauf an einen Investor vorübergehend 65 Prozent der Opel-Anteile hält. Sie hat ein Auge auf die Verwendung der durch einen Überbrückungskredit von Bund und Ländern in Aussicht gestellten Mittel über 1,5 Milliarden Euro und überwacht den Verkaufsprozess.

Abschluss des Verkaufs bis Mitte September geplant

Co-Chef Siegfried Wolf hatte Anfang Juni gesagt, er erwarte eine finale Vertragsunterzeichnung in vier bis fünf Wochen. Nach der Zustimmung der Behörden sei mit einem Abschluss des Deals Ende September zu rechnen.

Das ist auch der Zeitplan, den GM-Europa und die Treuhandgesellschaft verfolgen, die bis zum Verkauf an einen Investor vorübergehend 65 Prozent der Opel-Anteile hält. Sie hat ein Auge auf die Verwendung der durch einen Überbrückungskredit von Bund und Ländern in Aussicht gestellten Mittel über 1,5 Milliarden Euro und überwacht den Verkaufsprozess.

Im Bieterverfahren waren neben Magna und BAIC noch der US-Finanzinvestor Ripplewood und der italienische Autohersteller Fiat aufgetreten. Laut „FAZ“ ist für die nächsten zwei Wochen der Besuch einer Delegation aus China geplant. BAIC-Chairman Xu Heyi wolle dann bei Betriebsräten, Gewerkschaften und Politikern um Vertrauen für seinen Plan werben.

In einem ersten Grobkonzept von Ende Mai hätten die Chinesen in allen relevanten Punkten etwas größere Zugeständnisse gemacht als Rivale Magna. Das Angebot sei aber sehr spät eingegangen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum die Opelaner sehnsüchtig den Abschluss der Verkaufsverhandlungen erwarten

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