Opel-Verkaufsgerüchte: Chevrolet ist stärker als Opel

Opel-Verkaufsgerüchte: Chevrolet ist stärker als Opel

Bild vergrößern

Hip und billig. GM setzt weltweit auf koreanische Kleinwagen wie den Chevrolet Spark

von Martin Seiwert

Tun sie's oder tun sie's nicht? Verkaufsgerüchte sorgen bei den Opelanern für Verunsicherung. Doch die wahre Gefahr für Opel lauert bei der GM-Schwestermarke Chevrolet. Deren Verkaufszahlen haben sich in den letzten Jahren verdreifacht.

Die Nachricht ging wie ein Lauffeuer durch die Opel-Werke: General Motors (GM) könnte den Autobauer entgegen früherer Beteuerungen jetzt doch verkaufen. Zwei wenig konkrete Medienberichte hatten ausgereicht, um die Opelaner in Aufregung zu versetzen. Daran änderten auch Beteuerungen aus dem GM-Management nichts, dass es sich um "reine Spekulationen" handele. Nach Jahren der zähen Zusammenarbeit mit der Konzernmutter und dem vergeblichen Versuch von Opel, sich 2009 von GM zu lösen, sitzt das Misstrauen tief. Die Opelaner halten inzwischen fast alles für möglich – auch, dass die Bosse in Detroit heimlich einen Verkauf an einen europäischen oder chinesischen Wettbewerber einfädeln.

Chevrolet könnte Opel verdrängen

Dabei ist es ist nicht der Verkauf, den sie fürchten müssen. Mit einem neuen Eigentümer hätten sie womöglich größere Freiheiten. Es ist die eigene Familie, die Opel zunehmend infrage stellt, vor allem die Schwester-Marke Chevrolet. Der 100 Jahre alte Hersteller mit dem kreuzförmigen, goldenen Logo ist auf Siegeszug in Europa, hat als wichtigste Konzernmarke volle Unterstützung von GM und könnte den Vorstand in nicht allzu ferner Zukunft auf die Idee bringen, dass die regionale Marke Opel im weltweiten GM-Verbund entbehrlich ist. Opel könnte dann ein Schicksal blühen wie der GM-Tochter Daewoo, die im März in General Motors Korea umbenannt wurde. Die in Südkorea produzierten Autos werden nur noch im Heimatland als Daewoo verkauft, im Rest der Welt aber als Chevrolet vermarktet.

Anzeige

Noch könne GM auf Opel in Europa nicht verzichten, weder auf die Marke und Umsätze noch auf die Stärke der Deutschen in Forschung und Entwicklung, sagt Rebecca Lindland vom US-Marktforscher IHS Global Insight. Aber: "Wie an jedem hartnäckigen Gerücht ist auch an den aktuellen Verkaufsspekulationen ein Stück Wahrheit. Es gibt wichtige Leute bei GM, die sich überlegen, ob es irgendwann nicht auch ohne Opel geht."

Chevrolet sei der größte Bulle im Stall

Die Erfolge von Chevrolet in Europa spielen den internen Opel-Kritikern in die Hände. Seit 2003 verdreifachten sich die Verkäufe auf mehr als eine halbe Million Fahrzeuge. "Viele haben nicht geglaubt, dass wir das schaffen", sagt Chevrolet-Europachef Wayne Brannon. "Glauben Sie mir, wir schaffen auch eine Million." Bis 2016 soll es so weit sein. Gelingt ihm dieses Kunststück, käme Chevrolet mit dann rund fünf Prozent Marktanteil Opel recht nah. Die Rüsselsheimer besetzen 6,3 Prozent des Marktes. Die Wachstumspläne sind eine Kampfansage an Opel, auch wenn GM und Opel das bestreiten. "Was Chevrolet an Unterstützung bekommt, fehlt Opel", sagt Autoanalystin Lindland. Chevrolet, brüstet sich Brannon, sei der größte Bulle im GM-Stall, der stets die Unterstützung bekomme, die er wolle.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%