Opel-Werke: Opel-Standorte streiten um Aufträge

Opel-Werke: Opel-Standorte streiten um Aufträge

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Opel-Mitarbeiter der Nachtschicht verlassen das Opel-Werk in Bochum

von Martin Seiwert

Zwischen den Opel-Werken ist ein Kampf um die Aufteilung der Produktion entbrannt. Betriebsratschef Klaus Franz soll die Produktion des Astra Caravan in Rüsselsheim durchgesetzt haben. Politiker überbieten sich mit Subventionen.

Ende des Jahres soll der Sanierungsplan für Opel stehen, doch jetzt ist ein Verteilungskampf unter den zehn europäischen Opel-Werken ausgebrochen, wer künftig was produzieren darf. Selbst die Betriebsräte gehen aufeinander los, und die Politiker scheinen sich mit Subventionsofferten zu überbieten. So will Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz die Produktion von jährlich 100.000 Astra Caravans vom britischen Ellesmere Ports ins Stammwerk Rüsselsheim holen. Ursprünglich sollte Rüsselsheim zusätzlich zum Insignia den neuen Saab 9-5 bauen, doch da der Verkauf von Saab an den schwedischen Sportwagenbauer Koenigsegg geplatzt ist, dürfte es keinen 9-5 mehr geben. Da käme der Astra gerade recht.

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Nach Angaben von Unternehmensinsidern hat Franz in Verhandlungen mit GM die Verlagerung nach Rüsselsheim inzwischen durchgesetzt. Franz sagte dazu auf Anfrage: „Das kann ich in dieser Form so nicht bestätigen. Die Verhandlungen darüber laufen noch.“ Doch damit verstößt er gegen eine frühere Abmachung. In einem Zukunftsvertrag, den die Opel-Werke einst mit der Konzernmutter GM abgeschlossen haben, sind Ellesmere Port und das polnische Gliwice als Astra-Produktionsorte festgeschrieben. Sollten die Kapazitäten dort nicht ausreichen, wäre Bochum an der Reihe, nicht Rüsselsheim. „Mit seiner Forderung hat der Kollege nicht nur die Briten, sondern auch die Bochumer sehr verärgert“, sagt der Betriebsratschef des Bochumer Werks, Rainer Einenkel. „Wir bestehen auf der gültigen Vereinbarung, die übrigens auch der Kollege Franz unterschrieben hat.“

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Zudem droht Bochum die Getriebefertigung zu verlieren – an den österreichischen Standort  Aspern. Österreich hat dafür schon Subventionen in Aussicht gestellt. Der Bochumer Betriebsrat prüft nun rechtliche Schritte gegen die „subventionsgetriebene Verlagerung“.

Subventionswettlauf

Auch die Briten locken mit Subventionen: Sie wollen in Ellesmere Port das Elektroauto Ampera herstellen, Opels Hoffnungsträger, der 2011 in Produktion gehen soll. Doch auch Bochum will sich das Prestige-Objekt sichern. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers verhandele bereits mit GM darüber, sagt der Bochumer Betriebsratschef Einenkel. „Rüttgers hat in Gesprächen signalisiert, dass er bereit ist, die Produktion des Ampera in Bochum zu fördern.“ Der CDU-Politiker ist Opel-Kreisen zufolge bereit, eine ähnliche oder womöglich höhere Summe zu bieten als die Briten – und die, heißt es, wollen 25 Millionen Euro zuschießen.

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