Opel: Zehn Gründe, warum sich der Staat bei Opel heraushalten sollte - Seite 4

Opel: Zehn Gründe, warum sich der Staat bei Opel heraushalten sollte

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9. Zu kapitalschwach

Struktur von GM und Opel in Europa
Struktur von GM und Opel in Europa (Klicken Sie auf die Grafik für eine erweiterte Ansicht)

Es war schon eine Art Offenbarungseid, den Carl-Peter Forster auf einer Pressekonferenz in Genf ablegte: „Wir brauchen dringend Hilfe von der deutschen und anderen europäischen Regierungen – wir haben keine finanziellen Reserven mehr.“ Schon jetzt sei die finanzielle Flexibilität „sehr gering“, das Unternehmen ohne die Zuschüsse des Mutterkonzerns pleite. Eine spanische Provinzregierung habe jetzt immerhin 200 Millionen Euro als Finanzhilfe zugesagt, auch aus Großbritannien gebe es positive Signale.

Aber wichtig wäre ein positives Signal aus Berlin. „Wir haben 2006 und 2007 bewiesen, dass wir profitabel arbeiten können.“ Was er verschwieg: Die Bilanzen der übrigen Jahre waren tiefrot. Kein Wunder, dass bislang keine privaten Investoren ernsthaft bei Opel einsteigen wollen. Dabei wäre die Konzernleitung zu fast allem bereit: „Es gibt keine Untergrenze für Investments“, lockte GM-Vizechef Fritz Henderson – jeder Dollar sei jetzt willkommen. Und auch dringend nötig. Henderson: „Die Alternative wäre höchst unerfreulich.“

Wie groß die Mittel sind, die Opel als eigenständiges Unternehmen bräuchte, hat Pieper berechnet: „Das Unternehmen braucht ein bis zwei Milliarden liquide Mittel für das reguläre Geschäft“, rechnet Analyst Pieper vor. „Dazu kommen ein bis zwei Milliarden für Forschung und Entwicklung, sowie einige weitere Milliarden Eigenkapital.“ Wie Opel diese Gelder zusammenbekommen wolle, sei ihm schleierhaft, so Pieper. Bürgschaften nützen Opel hier wenig, denn „Bürgschaften sind kein Eigenkapital“.

10. Probleme in der Produktion

General Motors hat in Europa insgesamt 14 Produktionsstandorte, vier davon in Deutschland. Doch nur drei davon – das Stammwerk in Rüsselsheim, das Corsa-Großwerk in Saragossa und das Opel-Werk im polnischen Gliwice (Gleiwitz) sind produktionstechnisch echte Perlen und ausbaufähig. Auf andere Standorte hingegen könnte General Motors Europe (GME) leicht verzichten – bei Überkapazitäten von rund 500.000 Einheiten. Das 1962 errichtete Werk in Bochum beispielsweise steht schon seit Jahren auf der Kippe und wird bei jeder Sparrunde erneut aufs Korn genommen.

Grund: Auf dem ehemaligen Zechengelände stehen auf engstem Raum inzwischen drei einzelne (Klein-)Werke, in denen mit über 5000 Beschäftigten die Modelle Astra und Zafira sowie Achsen und Getriebe produziert werden. Der Standort ist nicht mehr ausbaufähig und trotz zahlreicher Modernisierungsmaßnahmen fertigungstechnisch veraltet – in einem Werk läuft die Produktion über zwei Etagen.

Auf dem Kieker haben die Opel-Fertigungsplaner aber auch das Werk in Eisenach. Technisch ist die 1992 eröffnete Anlage zwar auf dem neuesten Stand. Dafür fehlt hier ein Presswerk: Die Blechteile für die in Eisenach montierten Opel Corsa werden im spanischen Saragossa geformt und mit dem so genannten Otello-Express („Opel Trans European Lean Logistics“) per Bahn just-in-time nach Thüringen gebracht – „ein einziger Krampf“, lästert ein Manager in der Zentrale von GME.

Am liebsten, heißt es in Zürich, würde man die Opel Eisenach GmbH abstoßen und das Werk verkaufen. Aber an wen? Eine Delegation von Mercedes hat den Standort vor einigen Wochen besichtigt. Die Stuttgarter benötigen ein neues Werk für die nächste Generation der Mercedes A- und B-Klasse. Aber die Mercedes-Manager winkten ab: Nach der Besichtigung, erzählt Konzernchef Chef Dieter Zetsche, wisse er, dass die Entscheidung für einen Neubau im ungarischen Kecskemét richtig gewesen sei.

59 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 27.03.2009, 22:18 UhrAnonymer Benutzer: Tomcat

    Natürlich muß alles mögliche getan werden, damit OPEL gerettet werden kann. Wenn ich das lese was so neunmal Kluge Antiopeler schreiben, denke ich: ihr seid doch bezahlt von VW, Ford oder von den Japanern. Hallo wach werden. Wer weiß den noch wie viele deutsche Motorrad Hersteller es gab? 41 ! (Kreidler, Zündapp, Horex und und) Heute gibt es nur doch bMW und ein paar nicht erwähnswerte Hersteller mit kleinauflage. Honda, Kawasaki und Co, haben hier den Markt nicht mehr wegdenkbar erobert. Oder was hatten wir für tolle Elektrogeräte Hersteller mit super Technologie. (Nordmende u.s.w) Sebst der Erfinder vom Farbfehrnser ist schon lange bankrott. Sony, Jvc und und und will heute jeder. Wenn jetzt noch das now how und die Technologie der Autoindustrie verloren geht dann gute Nacht. Deswegen...kein Verlust mehr von Deutscher industrie..statt Schließungen-fördern und Ausbauen.. für Deutschland und für unsere Kinder. Nur so kann ein Staat webbewerbsfähig sein. Das ist auch ein Apell am alle auch mal wieder :Made in Germany zu kaufen. Es gilt hier nicht Opel oder Vw sondern Deutschland in Europa.

  • 23.03.2009, 12:02 UhrAnonymer Benutzer: Josie

    ich fände es schade, wenn es Opel nicht mehr geben würde. ich fahre seit 1982 Opel und war immer sehr zufrieden damit.

    Schlimm finde ich die Pseudo-Fachleute, die alles mies reden und die Mitarbeiter und Kunden nur noch mehr verunsichern

  • 21.03.2009, 21:56 UhrAnonymer Benutzer: jetztich

    bin ein stolzer Opelaner, immer noch. Wir brauchen kein Mitleid, weil wir wissen was wir können und haben. Opel-Händler haben jeden Tag mit dem Produkt zu tun. Wenn diese aus eigener Tasche das Unternehmen stützen wollen, sagt dies deutlich was sie von unseren Produkten halten und welche Zukunftschancen sie sehen.
    Was mir bei aller Angst um den Arbeitsplatz gehörig auf den Sack geht, sind Kommentare von Leute die null Ahnung haben, aber genau wissen wie es geht. Warum muß sich jeder Depp auf meine Kosten profilieren? Was mich wundert, ich hab noch gar keinen Kommentar von F. beckenbauer gelesen, der wird doch sonst auch immer gefragt.

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