Opernbetrieb: Warum Baden-Baden ohne Zuschüsse auskommt

Opernbetrieb: Warum Baden-Baden ohne Zuschüsse auskommt

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Mölich-Zebhauser

Der Opernbetrieb in Baden-Baden ist ein Unikum: Als einziges Opern- und Konzerthaus des Kontinents kommt Baden-Baden ohne Subventionen aus.

Das kann in Deutschland und Europa nur einer von sich behaupten. „Ein Drittel unseres Budgets wird von Stiftern, Förderern und Sponsoren getragen, den Rest holen wir über Kartenverkäufe rein“, sagt Andreas Mölich-Zebhauser.

Der 58-Jährige ist Geschäftsführer der Festspielhaus und Festspiele Baden-Baden GmbH. Die betreibt das einzige Opern- und Konzerthaus des Kontinents, das – im Betrieb – ohne Subventionen auskommt.

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Der Erfolg hat mehrere Gründe, zum Beispiel die Eigentümerstruktur. Träger des Hauses ist eine private Kulturstiftung, die als gemeinnützige GmbH fungiert. Zu den 22 Stiftern gehört Götz Werner, der Gründer der Drogeriekette dm. In dem erlesenen Zirkel engagieren sich der Kunstsammler und Museumsgründer Frieder Burda, L’tur-Chef Karl-Heinz Kögel oder Klaus-Georg Hengstberger, Hauptanteilseigner des badischen Autozulieferers Progress-Werk Oberkirch. Jeder hat mindestens eine Million Euro gestiftet. Darüber hinaus fließen große Spenden ins künstlerische Programm, etwa von der Deutschen Bank, dem Montagetechnik-Händler Würth oder dem Möbelbauer Rolf Benz.

Exklusive Pakete

Für den Betrieb auf eigene Rechnung ist allein die Stiftung zuständig. Die Stadt Baden-Baden und das Land Baden-Württemberg sind nur insofern an den Kosten des Opern- und Konzerthauses beteiligt, als sie für Miete und Instandhaltung des Gebäudes jährlich 500 000 Euro aufwenden. Zusätzlich zahlen sie 3,5 Millionen Euro im Jahr in einen offenen Immobilienfonds ein, der den Bau finanzierte. Dadurch geht das Haus 2019 nach einer Restzahlung von 20 Millionen Euro in den Besitz der Stadt über. Als es 1998 als größte derartige Spielstätte Deutschlands mit 2500 Plätzen eröffnete, spotteten die Baden-Badener noch über ihren „maroden Musentempel“, der schon wenige Monate später vor dem Konkurs stand. Daraufhin übernahm Mölich-Zebhauser das Ruder.

Heute strömen mehr als 200 000 Besucher jährlich herbei, um Star-Tenöre oder Spitzendirigenten zu erleben. Ein hauseigenes Reisebüro schnürt exklusive Pakete für Kurztrips in die noble Kurstadt. Besucher aus der Region lotst der Festspielhaus-Express, ein Reisebus-Shuttle,   ins Haus, wo sie sich von der Spitzengastronomie verwöhnen lassen können.

Professionelles Marketing

Mölich-Zebhauser leistet sich kein kostspieliges Ensemble. Für teure Neuinszenierungen suchen sich die Badener Kooperationspartner, etwa das St. Petersburger Mariinsky-Theater, die Metropolitan Opera New York oder die Mailänder Scala. Zugleich betreibt Mölich-Zebhauser professionelles Kundenmarketing. Die Gäste werden in 24 Gruppen erfasst und gezielt angesprochen. Neulinge erhalten vor dem ersten Besuch Informationen zum Ablauf der Veranstaltung. Dauerbesucher werden regelmäßig zu Werkstatt-Veranstaltungen und Klassik-Seminaren sowie zu Empfängen eingeladen.

Kontrolliert wird Mölich-Zebhauser vom badischen Stahlunternehmer Horst Weitzmann, der dem Stiftungsrat vorsitzt – und über seinen Intendanten sagt: „Der Mann kann verkaufen wie ein Wahnsinniger.“

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