Parfümerien: Eau de Krise

Parfümerien: Eau de Krise

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Kosmetikartikel bei der Parfümerie Douglas

von Henryk Hielscher

Ein Hauch von Krise wehte 2009 durch die deutschen Parfümerien. Die Branche beendete das Jahr mit einem Minus von 1,6 Prozent. Vor allem Männer mieden die Duftläden. Dieses Jahr droht neues olfaktorisches Ungemach: Die Fußball-WM.

Nicht einmal mehr auf den Lippenstift-, Mascara- oder Parfüm-Effekt ist Verlass. Eigentlich galt es unter Statistikern längst als ausgemachte Sache, dass Verbraucher in Krisenzeiten häufiger zu Kosmetik oder auch Düften greifen - sei es, um durch ein attraktiveres Äußeres den Arbeitsplatz sichern zu helfen, sei es, um sich in schwierigen Zeiten wenigstens ein bisschen Luxus zu leisten.

Doch in den deutschen Parfümerien scheint der Effekt im Krisenjahr 2009 so schnell verflogen zu sein wie Kölnisch Wasser. Laut einer Mitteilung des Bundesverbandes der Parfümerien sackten die Umsätze der Branche im vergangenen Jahr um 1,6 Prozent ab. Selbst das Weihnachtsgeschäft fiel mit einem Minus von 1,1 Prozent überraschend schlecht aus.

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Horrorszenario WM-Finale

Dabei erwiesen sich Damendüfte mit einem Minus von rund ein Prozent noch als vergleichsweise krisenresistent. Einen regelrechten Absturz in der Publikumsgunst erlebte dagegen der Bereich der Herrenkosmetik. Um 4,3 Prozent brach der Umsatz ein. Als Gründe sieht der Parfümerieverband eine „höhere Preissensibilität“ und „geringere Markenbindung“ der Zielgruppe sowie ein zunehmend breiteres Angebot im Massenmarkt.

Im Klartext soll das wohl bedeuten: Statt sich weiter mit Designer-Düften einzudieseln, griffen die Männer eher zum Aldi-Flakon. „Die Wirtschaftskrise“, so mutmaßt der Verband denn auch leicht verschnupft, sei „teils Ursache teils Vorwand zum Sparen. Werte und Prioritäten verschieben sich“.

Schlimmer noch: In diesem Jahr könnte sich das Herrenduftdesaster noch zuspitzen, argwöhnt der Verband. Schließlich ist 2010 Fußballweltmeisterschaftsjahr – „ein nicht ganz bedeutungsloser Faktor für den Handel“, wie es in der Pressemitteilung heißt. Die letzte WM 2006 habe in den Innenstädten „zu leeren Fußgängerzonen“ geführt und so Umsatz gekostet. „Da die Veranstaltung in diesem Jahr zwar nicht im Land, aber immerhin in der der selben Zeitzone stattfindet“,  wie der Verband herausgefunden hat, „sind vergleichbare Effekte nicht völlig von der Hand zu weisen“.

Was für ein Szenario: Ein strenger Geruch legt sich über die Republik, die letzten Kunden verlassen Deutschlands Parfümerien. WM-Finale.

Womöglich reichen aber auch noch die Parfümvorräte aus dem Vorjahr, um den ein oder anderen sommerlichen Freudenausbruch olfaktorisch zu überstehen. Die folgenden Düfte haben es 2009 in die Bestenliste der Parfümeriekette Douglas geschafft.

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