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Patentkrieg: Wettrüsten im Internet

von Matthias Hohensee und Oliver Voß

Im Geschäft rund um Smartphones und Flachcomputer bekriegen sich die Unternehmen mit Patenten. Google rüstet sich dafür mit dem Motorola-Kauf und in Düsseldorf kommt es nun zum Showdown zwischen Apple und Samsung.

google, pressekonferenz, messe Quelle: dapd
google, pressekonferenz, messe Quelle: dapd

Es ist die Schlacht zweier Schwergewichte, die in Düsseldorf ihren Lauf nimmt. Am kommenden Donnerstag wird das Landgericht in Raum 2.122 in der Sache Apple gegen Samsung verhandeln. Die Streitfrage: Darf der südkoreanische Elektronikkonzern seinen neuen Flachrechner Galaxy Tab 10.1 wie geplant in Deutschland verkaufen?

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Die Flunder aus Fernost ist leichter und schlanker als das iPad von Apple, sie besitzt auch noch einen besseren sowie größeren Bildschirm – und das alles zum gleichen Preis. Eine „sklavische Kopie“ des iPad sei das Samsung-Gerät, wettern die Apple-Anwälte in ihrer Klageschrift.

Sicher ist nur, dass für beide Seiten viel auf dem Spiel steht. Denn mit dem Galaxy Tab ist Samsung der erste ernsthafte Konkurrent, der dem Quasimonopolisten Apple und dem iPad in die Parade fahren könnte. In dem schnelllebigen Geschäft mit dem Kultgerät, von dem Apple bereits über 25 Millionen Exemplare verkauf hat, zählt jeder Tag. Je länger sich der Rechtsstreit hinzieht, desto mehr Geschäft geht unweigerlich an Apple und ist für Samsung bis auf Weiteres verloren. "Die Verschiebung der Marktanteile, die bis dahin wohl stattfindet, ist irreparabel", sagt Florian Müller, Experte für geistiges Eigentum aus Starnberg bei München.

Kampf um tausende Patente

Der Versuch von Apple-Chef Steve Jobs, seinem Pendant Geesung Choi von Samsung den Verkauf des Galaxy Tab in der Alten Welt und Australien zu untersagen, liefert einen Vorgeschmack auf den künftigen Wettbewerb im Geschäft mit internetfähigen mobilen Endgeräten, ob Smartphone oder Flachcomputer.

Indem der Internet-Gigant Google verkündete, für 12,5 Milliarden Dollar die Handysparte des US-Elektronikkonzerns Motorola zu kaufen, wappnete er sich für die Schlachten der kommenden Jahre. Denn Teil des Motorola-Pakets sind über 20.000 Patente, über die der vor Jahren weltgrößte Handyhersteller verfügt. Zuvor hatte Google-Chef Larry Page dem US-Computerkonzern IBM bereits rund 1000 Patente abgekauft.

Damit mutiert der Kampf um die Vorherrschaft im Geschäft rund ums mobile Internet auch zum Krieg um Patente, Urheberrechte und Lizenzen. „Mit dem Kauf von Motorola“ könne sich Google „besser gegen wettbewerbsfeindliche Drohungen von Microsoft, Apple und anderen schützen“, erklärte Page den 60-prozentigen Aufschlag auf den Börsenkurs, den er für Motorola-Mobility bezahlte.

In der Praxis spitzt sich die Auseinandersetzung um Miniprogramme, die Apps, und sonstige Dienstleistungen auf dem Handy auf ein Duell zwischen Apple-Chef Jobs und seinem Google-Kontrahenten Page zu. Dessen Betriebssystem Android hat Apples Plattform iOS und dem iPhone in den vergangenen Monaten den Rang abgelaufen und steuert inzwischen fast jedes zweite weltweit verkaufte Smartphone. Ähnliches erhofft sich Google-Chef Page nun auch im Geschäft mit den Tablet-Rechnern, das derzeit Apple gnadenlos dominiert. Wichtiges Vehikel ist der Galaxy Tab von Samsung, der mit dem Google-Betriebssystem Android arbeitet – und deshalb von Apple so bekämpft wird.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 24.08.2011, 17:57 UhrAnonymer Benutzer: Kindergartenstreiterei um sehr viel Geld

    Wer einmal mit Patentstreitigkeiten auf höchster Ebene zu tun hatte weiß,
    daß dort oft nur ein Riesentheater um Geld abläuft, genauer gesagt um ein technisch absolut unwürdiges Kasperletheater, bei dem es um alles geht,
    aber ganz sicherlich nicht um Neuigkeiten/Erfindungen.

    Was ist eine Erfindung? Antwort: Dasjenige ist eine Erfindung, was der
    Mächtigste mit viel Geld per Gericht durchsetzen kann. bei diesem Streit verdienen die Anwälte gut. Es ist dann kein Streit um die Frage, ob etwas
    wirklich neu ist.

    Natürlich gibt es Dinge, die neu sind. Der Übergang zwischen Neuigkeiten und alten Kamellen bis hin zu Albernheiten ist dabei fließend.

    Das Tablet ist hier unter Albernheiten einzustufen. Die genaue
    Zusammensetzung von Materialien für berührungsempfindliche Oberflächen könnte dagegen patentwürdig sein, nicht hingegen die alberne idee, diese Oberfläche als Rechnertastatur oder Fernbedienungstastatur zu verwenden. Diesen Schluß kann beinahe auch ein Tier ziehen: Tastatur für die Kasse,
    das Auto ...

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