Paypal-Zwang: Kein Verfahren des Bundeskartellamtes gegen Ebay

Paypal-Zwang: Kein Verfahren des Bundeskartellamtes gegen Ebay

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Der Bezahldienst Paypal wird für Ebay immer wichtiger.

von Oliver Voß

Nachdem Ebay mehr Nutzer verpflichtet hatte, seinen Bezahldienst Paypal einzusetzen, hagelte es Beschwerden. Daraufhin prüfte das Bundeskartellamt den Vorgang und kam nun zu dem Schluß, keine weiteren Schritte gegen Ebay reinzuleiten.

Das Bundeskartellamt wird wegen erweiterter Vorschriften zur Nutzung des konzerneigenen Bezahldienstes Paypal kein Verfahren gegen Ebay einleiten. Nach zahlreichen Beschwerden hatte das Kartellamt im Februar geprüft, ob Ebay dabei gegen das Wettbewerbsrecht verstößt.

Das Bundeskartellamt erklärte gegenüber wiwo.de, dass dafür zwei Gründe ausschlaggebend waren. Zum einen handele es sich bei dem Schritt um ein berechtigtes Interesse des Unternehmens, dass höher zu gewichten sei als eine Beeinträchtigung des Wettbewerbes im weiteren Sinne. Außerdem sei „nicht offenkundig von einer Marktberrschung auszugehen“.

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Daher erhielten die Nutzer, die sich beschwert hatten ein Schreiben vom Bundeskartellamt. Darin heißt es unter anderem: "Eine marktbeherrschende Stellung von eBay käme allenfalls dann in Betracht, wenn es nach den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gerechtfertigt wäre, einen gesonderten Markt für Online-Auktionen abzugrenzen." Ob allerdings die Abgrenzung eines eigenen Marktes für Online-Auktionen sachgerecht wäre, erscheine fraglich, da es neben Auktionen auch Festpreisverkäufe gebe. In diesem Bereich liege jedoch keine marktbeherrschende Stellung vor, da es zahlreiche alternative Anbieter gibt. 

Der Chef von Ebay-Deutschland, Stephan Zoll, sagte zu der Entscheidung: „Wir begrüßen die Bewertung des Bundeskartellamts. Das Bundeskartellamt erkennt damit an, dass unsere Nutzer von der Initiative profitieren.“  

Ebay hatte alle Verkäufer mit weniger als 50 Bewertungspunkten verpflichtet,  Paypal anzubieten. Dies betrifft vor allem private Anbieter und Gelegenheitsnutzer. Bei der Nutzung von Paypal entstehen den Online-Verkäufern zusätzliche Gebühren. Innerhalb der EU sind das bis zu 1,9 Prozent des Betrages, in anderen Ländern maximal 3,9 Prozent. Dazu kommen jeweils 35 Cent je Vorgang. Für Käufer ist die Bezahlung kostenlos. Sie können zudem bei PayPal-Zahlungen ihr Geld einfacher zurück erhalten, wenn die bestellte Ware nicht geliefert werde.

Enttäuschende Ebay-Zahlen

Wie wichtig Paypal für den Konzern ist, belegen auch die am Mittwoch vorgelegten Quartalszahlen. Der Umsatz mit Finanzdienstleistungen wuchs um 26 Prozent auf 809,3 Millionen Dollar. Noch stärker stieg das Volumen der über die Plattform abgewickelten Zahlungen: Es betrug 21,3 Milliarden Dollar, ein Anstieg von 35 Prozent . Nach Aussagen von Ebay-Chef John Donahoe soll der Umsatz mit den Bezahldiensten in wenigen Jahren den des elektronischen Marktplatzes übertreffen. Derzeit steuert die Sparte fast 37 Prozent der Erlöse bei.

Insgesamt hatte Ebay im letzten Quartal den Umsatz um neun Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar gesteigert. Der Gewinn lag etwas unter 400 Millionen Dollar - ein Plus von elf Prozent. Der verhaltene Ausblick enttäuschte die Anleger allerdings. Ebay rechnet mit Belsatungen durch den starken Dollar, zudem setzt die härtere Konkurrenz mit Amazon dem Unternehmen zu. Daher wollte Ebay seine Jahresprognose nicht erhöhen, die Aktie verlor zeitweise mehr als sieben Prozent.

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