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Persönliche Erklärung: Beschwerde gegen die Einstellung des Telekom-Verfahrens

von Thomas Kuhn und Jürgen Berke

Auch Redakteure der WirtschaftsWoche wurden von der Telekom bespitzelt. Die Betroffenen kritisieren die Arbeit der Staatsanwaltschaft massiv und werden Beschwerde gegen die Einstellung des Verfahrens einlegen. Die WirtschaftsWoche dokumentiert die persönliche Erklärung der Gründe.

Mein Name ist Jürgen Berke. Ich bin Redakteur der Wirtschaftswoche und eines der Opfer des Spitzelskandals. Zusammen mit meinem Kollegen Thomas Kuhn, der ebenfalls von der Telekom bespitzelt wurde, möchte ich folgende persönliche Erklärung abgeben:

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1.     Wir sind der Auffassung, dass die Staatsanwaltschaft Bonn grobe handwerkliche Fehler gemacht hat. Bis heute hat es die Behörde nicht für nötig erachtet, uns als Betroffene zu unseren Erkenntnissen zu den Spitzel-Vorgängen überhaupt zu befragen. Auf unsere schriftlich bekundete Gesprächsbereitschaft hat die Behörde bis heute in keiner Weise reagiert.

2.     Die Einstellung der Ermittlungen erfolgt jetzt, bevor wir die Möglichkeit hatten, Akteneinsicht zu erlangen, unser Wissen mit den Ermittlungsergebnissen der Staatsanwaltschaft abzugleichen und diese womöglich durch weiter gehende eigene Erkennt­nisse ergänzen zu können.

Dieses laxe und unkooperative Verhalten der Staatsanwaltschaft Bonn bestärkt uns in dem Eindruck, dass die Behörde gar kein Interesse an einer vollständigen Aufklärung der Spitzelaffäre hat.

Das erschüttert uns zutiefst und stellt das Vertrauen in eine neutrale, unabhängige und unvoreingenommene Ermittlung nachhaltig in Frage.

Wir werden deshalb Beschwerde gegen die Einstellung des Verfahrens gegen Klaus Zumwinkel und Kai-Uwe Ricke einlegen und hoffen auf den Aufklärungswillen einer höheren Instanz.

9 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 17.06.2010, 00:37 UhrAnonymer Benutzer: Hellmuth

    lieber Herr berke, behalten Sie ihre beharrlichkeit, die Zeit arbeitet auch für Sie. Wird bestimmt lustig, wenn die illustren Herrn vor Gericht aussagen.

  • 15.06.2010, 16:18 UhrAnonymer Benutzer: Bärbel

    Lieber Jürgen berke, es freut mich zu sehen, dass es immer noch Menschen gibt, die sich nicht ins bockshorn jagen lassen.
    irgendwann fällt der erste Dominostein und dann kippen bekanntlich die anderen von ganz allein;-)
    Weiter so !!

  • 15.06.2010, 14:49 UhrAnonymer Benutzer: Die Räuber

    ich drücke ihnen bei ihrem Unterfangen mal die Daumen.
    Es kann nicht sein, dass erneut die Handlanger vor Gericht gezerrt werden und aus falscher Rücksichtname auf die sozioökonimoschen Verfelchtungen der Priviligierten, diesen heimlich still und leise aus dem schmutzigen Verkehr gezogen werden. Daumen hoch und looos...

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