Personalbranche: Topmanager gesucht: Geschäft der Personalberater brummt

Personalbranche: Topmanager gesucht: Geschäft der Personalberater brummt

, aktualisiert 06. November 2011, 15:33 Uhr
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Siemens-Chef Peter Löscher und Ex-Bahn-Chef Hartmut Mehdorn: Zwei grundverschiedene Managertypen.

von Katrin TerpitzQuelle:Handelsblatt Online

"Mehr Löscher, weniger Mehdorn": Unternehmen suchen heute glaubwürdige Topmanager, die nicht polarisieren und Visionen haben. Personalberater haben Konjunktur.

MünchenSonst sind sie Konkurrenten. Auf der Jagd nach den besten Köpfen für Unternehmen kommen sich Headhunter schon mal ins Gehege. Einmal im Jahr aber treffen sich einflussreiche Personalberater aus Deutschland und reden über die Zukunft ihrer Zunft – wie Ende voriger Woche im noblen Münchener Hotel „Vier Jahreszeiten“.

Trotz der Schuldenkrise in Europa herrscht Optimismus – schließlich sind die Auftragsbücher der Headhunter voll. „Wenn die Wirtschaft läuft, sind auch Personalberater gut beschäftigt“, sagt Hubertus Graf Douglas, Deutschlandchef der weltgrößten Personalberatung Korn/Ferry. Hinzu kommt: „Im Sturm der Krise haben nur wenige Unternehmen gewagt, den Steuermann auszutauschen“, sagt Stefan Fischhuber, Geschäftsführer von Kienbaum. Jetzt besetzen Firmen viele Schlüsselpositionen neu.

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2011 wird das zweitbeste Jahr in der Geschichte der Branche mit einem weltweiten Umsatz von 9,6 Milliarden Dollar, erwartet die Association of Executive Search Companies (AESC). Der Verband von Personalberatungen, die auf die Direktsuche von Führungskräften spezialisiert sind, hatte zur Münchener Konferenz geladen. Im Boomjahr 2008 wurden weltweit elf Milliarden Dollar umgesetzt.

„Auch im kommenden Jahr bleibt das Geschäft auf hohem Niveau“, sagt Ulrich Ackermann, Leiter der deutschen AESC-Sektion und Deutschlandchef von Transearch International. Noch hat sich die Schuldenkrise nicht negativ auf Investitionen in Köpfe niedergeschlagen. Dabei gilt die Personalberaterbranche als prozyklisch, das heißt Konjunkturschwankungen wirken sich meist rund vier Monate früher auf das Geschäft aus.

Bescherte einst die Finanzbranche den Headhunter die meisten Aufträge, so ist es nun die deutsche Industrie. „Für die internationale Expansion brauchen Firmen Leute mit ganz anderen Kompetenzen als früher. Jeder Mitarbeiter, der ins Ausland geht, muss zudem ersetzt werden“, sagt Graf Douglas. Viele der großen Mittelständler stellen sogar schon Personal auf Vorrat ein. „Clevere Unternehmen nutzen ihre Marktmacht und kaufen auch ohne konkrete Vakanz strategisch Topleute aus der Branche auf“, beobachtet Fischhuber von Kienbaum.


Karriere-Überflieger begeistern nicht

Doch hochqualifizierte Topmanager sind schwer zu finden. Die Anforderungen der Firmen sind seit der Finanzkrise noch weiter gestiegen, wie viele Personalberater bestätigen. Der Typus Manager, der heute gebraucht wird, kann sich schnell und intelligent auf neue Gegebenheiten einstellen. „Marktorientierter Stratege“ nennt Peter Herrendorf, Geschäftsführer der Personalberatung Odgers Berndtson in Deutschland, die Idealbesetzung. Manager-Persönlichkeiten sind gefragt, die das Kerngeschäft und den Vertriebserfolg durch alle Krisen vorantreiben.

Moderne Unternehmenslenker sollten zudem eine kommunikative Geschmeidigkeit bei großer Glaubwürdigkeit besitzen. Sie dürfen nicht polarisieren. „Weniger Mehdorn, mehr Löscher“, bringt esHerrendorf auf den Punkt. Der „Basta“-Chef war gestern. „Der ideale Konzernlenker ist befähigt, eine Zukunftsvision zu entwickeln und umzusetzen. Er oder sie versteht es, Mitarbeiter hierfür zu begeistern“, sagt Hermann Sendele von Board Consultants International. Dazu seien Marktkenntnis und Gespür für Menschen nötig. Für den Doyen der deutschen Personalberater verkörpert Linde-Chef Wolfgang Reitzle diese Eigenschaften.

„Viele Führungskräfte haben heute mit Mitte 30 schon enorm viel operative Erfahrung, zugleich sind sie in der Welt zu Hause – ganz anders als die Managergeneration vor 20 Jahren“, sagt Sendele. Weniger begeistern kann sich der Headhunter für die Spezies des stromlinienförmigen Jungmanagers mit MBA einer Business School. Solche „Karriere-Überflieger“ drückten sich gerne vor besonders schwierigen, risikoreichen Aufgaben. Sendele: „Kommen sie dann mit Ende 30 auf eine hohe operative Position, bei der sie zeigen müssen, was sie wirklich können, fallen sie nicht selten auf die Nase.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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