Peter Ditsch: Brezel-Bäcker Ditsch will kräftig wachsen

Peter Ditsch: Brezel-Bäcker Ditsch will kräftig wachsen

von Henryk Hielscher

Deutschlands Brezelkönig über die Expansionsstrategie seiner Snackkette Ditsch und Geschmacksexperimente.

WirtschaftsWoche: Herr Ditsch, Ihr Unternehmen zählt zu den größten Snackherstellern Deutschlands. Ditsch-Filialen gibt es an Dutzenden Bahnhöfen, in Shoppingcentern und Fußgängerzonen. Welche Produkte verkaufen sich am besten?

Ditsch: Wir haben im vergangenen Jahr insgesamt 385 Millionen Pizzen, Laugenprodukte und andere Snack-Produkte hergestellt. Unsere Brezeln sind dabei mit 240 Millionen Stück immer noch der absolute Verkaufshit. Eine frische Brezel gehört morgens halt einfach zum Kaffee dazu.

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Sie verkaufen nicht nur an den Ditsch-Ständen, sondern produzieren auch für den Groß- und Einzelhandel. In welchem Bereich läuft es besser?

Wir planen in diesem Jahr 63 Millionen Euro Umsatz in den Filialen und rund 50 Millionen Euro Umsatz im Handelsbereich. Das heißt, unser Wachstum kann sich in beiden Segmenten sehen lassen. Auch unsere Geschäfte in der Schweiz und England entwickeln sich gut. Bei der Expansion setzen wir aber vor allem auf den deutschen Markt. Wir haben jetzt 190 Standorte und werden im Laufe des Jahres sicherlich die Grenze von 200 Filialen knacken.

Lohnt sich das? Es gibt doch heute schon an jeder Ecke einen Ditsch-Stand.

Es gibt sicherlich mehrere regionale Schwerpunkte, wo wir schon gut vertreten sind. Die umsatzstärksten Filialen liegen traditionell im Rhein-Main-Gebiet, unserer Heimatregion. Aber auch in Berlin und Hamburg sind wir stark. In Bayern und Baden-Württemberg gibt es dagegen noch Lücken.

Wie kommt’s? Gerade der Süden gilt doch als Brezelhochburg.

Genau das ist das Problem. Im Norden und Osten gab es kaum Laugengebäckerfahrung, da konnten wir Pionierarbeit leisten. Im Süden war es trotz einiger Versuche dagegen relativ schwierig für uns, Fuß zu fassen. Denn dort gibt es bereits eine lokal verankerte Brezelkultur mit regionalen Vorlieben. Aber inzwischen ist unsere Marke so stark, dass wir in diesem Jahr insbesondere in Bayern und Baden-Württemberg neue Filialen eröffnen wollen. Aber unabhängig davon prüfen wir auch, wie wir attraktive Standorte, an denen Ditsch aber schon gut vertreten ist, weiterentwickeln können.

Was haben Sie vor?

Wenn wir beispielsweise an einem Bahnhof bereits mit einem Ditsch-Stand vertreten sind, aber sich die Möglichkeit ergibt, einen zusätzlichen Stand zu eröffnen, ist das einerseits reizvoll. Andererseits ist die Gefahr groß, dass wir uns selbst Konkurrenz machen.

Wie wollen Sie das Dilemma lösen?

Wir suchen nach neuen Verkaufsideen. In Mainz testen wir an einem Standort gerade ein neues Konzept mit Laugenbrötchen und -brezeln, die wie Sandwiches mit frischem Käse oder Wurst belegt werden. Je nachdem, wie es läuft, können wir diese Idee auch bundesweit ausrollen. Es gibt noch einen Kiosk unter dem Namen Brezelwelt, da sehen Sie auf den ersten Blick nichts von Ditsch. Auch das Sortiment ist völlig anders. Dort bieten wir nicht nur herzhafte Brezeln an, etwa mit Salami oder Käse, sondern auch süße Brezeln mit Schokolade überzogen oder mit Liebesperlen oder geraspelten Mandeln bestreut. Auch die passen schließlich zum morgendlichen Kaffee.

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