Pharma/Chemie: Bayer gegen BASF: Pillen gegen die Krise

Pharma/Chemie: Bayer gegen BASF: Pillen gegen die Krise

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Bayer in Bitterfeld: Aspirin wird kontrolliert

von Jürgen Salz

Die früheren Erzkonkurrenten BASF und Bayer gehen mittlerweile völlig andere Wege. Jetzt legten beide Zahlen vor. Das Ergebnis: Der Bayer schneidet - vor allem wegen seines Medikamenten-Geschäftes - besser ab.

Jahrelang bewegten sich die drei Unternehmen stets im Gleichschritt: Hoechst, Bayer und BASF. Hoechst gibt es seit etwa zehn Jahren nicht mehr. Der letzte Vorstandschef des Unternehmens, Jürgen Dormann, hat den einst stolzen Pharma- und Chemiekonzern zerschlagen. Die Geschäfte sind in alle Winde zerstreut. Die ehemalige Medikamenten-Sparte etwa zählt heute zum französischen Sanofi-Konzern.

BASF und Bayer haben sich in der Zwischenzeit längst auseinander entwickelt. Bayer gliederte etliche Chemie-Geschäfte aus und setzte mehr und mehr auf Pharma – etwa durch die Übernahme des Konkurrenten Schering im Jahr 2006. BASF ging den umgekehrten Weg, verkaufte das Pillengeschäfte und konzentrierte sich auf die Chemie. "The Chemical Company" nennen sich die Ludwigshafener stolz.

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Gestern legte die BASF ihre Zahlen für 2009 vor. Heute ist Bayer an der Reihe. Ergebnis: Im direkten Vergleich liegt Bayer vorn- vor allem dank des Gesundheitsgeschäftes. Dafür gibt es eine einfache Erklärung: Pillen sind nun mal nicht so konjunkturabhängig wie Chemikalien. Krankheiten kennen keine Krise. Bei Chemikalien sinkt gleich die Nachfrage, wenn es wirtschaftlich schlecht läuft.

Zwar verbreitete BASF-Chef Jürgen Hambrecht durchaus Zuversicht für 2010. Doch für das abgelaufene Jahr musste er zweistellige Umsatz- und Ertragsrückgänge hinnehmen. Der Umsatz der BASF ging um 19 Prozent auf 50,7 Milliarden Euro zurück. Der Gewinn reduzierte sich um mehr als 50 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro.

Einbruch im Chemiegeschäft

BASF-Chef Jürgen Hambrecht Quelle: dpa/dpaweb

BASF-Chef Jürgen Hambrecht

Bild: dpa/dpaweb

Bayer kam bei den Rückgängen glimpflicher davon. Der Umsatz ging um etwa fünf Prozent auf 31,2 Milliarden Euro zurück. Der Gewinn sank um 21 Prozent auf etwa 1,3 Milliarden Euro. Damit weist Bayer – bei deutlich niedrigeren Erlösen – einen ähnlich hohen Überschuss wie die BASF aus.

Dabei hat den Leverkusenern vor allem das Gesundheitsgeschäft geholfen. Im Geschäftsbereich Health Care stiegen die Erlöse um etwa vier Prozent auf 16 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen legte in der Medikamenten-Sparte um zwölf Prozent auf 4,1 Milliarden Euro zu. Die stärksten Einbrüche erlebte Bayer dagegen im Chemiegeschäft.

Pillen helfen also nicht nur gegen Krankheiten und Schmerzen, sondern mindern auch die Folgen von Konjunkturkrisen

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