Pharma: Merckle-Firmen im Visier

Pharma: Merckle-Firmen im Visier

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Adolf Merckle

Der in Finanznot geratene schwäbische Milliardär Adolf Merckle muss sich wohl - auf Druck der Banken - von wesentlichen Teilen seiner Unternehmen trennen. Zur Verfügungsmasse zählen insbesondere der Generika-Hersteller Ratiopharm, der Pharmagroßhändler Phoenix und der Baustoff-Spezialist HeidelbergCement. Interessenten für diese Unternehmen dürften sich finden, meinen die WirtschaftsWoche-Redakteure Jürgen Salz und Andreas Wildhagen

Ratiopharm: Der israelische Generika-Hersteller Teva, weltweit der größte Produzent von Nachahmermedikamenten, spielt auf dem wichtigen deutschen Markt immer noch eine eher unbedeutende Rolle. Durch einen Kauf von Ratiopharm würde sich das grundlegend ändern. Interesse dürften auch andere Unternehmen haben: Der japanische Konzern Daiichi Sankyo will in Europa stärker Fuß fassen. Und der  französische Medikamenten-Hersteller Sanofi sieht im Generikageschäft einen Markt der Zukunft. Zwischen drei und vier Milliarden Euro dürfte Merckle für Ratiopharm bekommen. Die Preise lagen schon mal höher: 2005 zahlte die schweizerische Sandoz für Hexal über fünf Milliarden Euro. Damals war der Höhepunkt im Generikamarkt erreicht - im Abschwung muß sich Merckle mit deutlich weniger zufrieden geben. 

Phoenix: Aus mehreren regionalen Gesellschaften hat Adolf Merckle den Pharmagroßhändler aufgebaut. Das Unternehmen beliefert Apotheken mit Medikamenten. In Skandinavien und Osteuropa betreibt Phoenix bereits zahlreiche Apothekenketten. Künfitg sollen Apothekenketten auch in Deutschland erlaubt sein - und genau darin liegt der Reiz für potenzielle Interessenten. Phoenix wird sich längst darauf vorbereitet haben, auch in Deutschland Apothekenketten zu eröffnen. Wer in den lukrativen Markt noch einsteigen will, dürfte mit einer Phoenix-Beteiligung richtig liegen. Als Interessenten kommen etwa ausländische Großhändler wie die britische Alliance oder die niederländische OPG infrage.

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HeidelbergCement: Zement und Beton haben ganz gute Marktaussichten. Grund dafür ist genau die Wirtschaftskrise, die offenbar Fluch und Segen zugleich sein kann. Denn anstehende staatliche Konjunkturprogramme in Europa in dreistelliger Milliardenhöhe für Infrastrukturprojekte machen der Baustoffindustrie Hoffnung. Die Klimaschutzziele der westlichen Regierungen sind zwar einerseits schlecht  wegen der teuren Emissionszertifikate – allerdings hat die Zementindustrie berechtigte Hoffnung, davon in einer Ausnahmeregelung befreit zu werden. Gut könnten die harten Umweltschutzziele aber auch sein, wenn etwa  viele Häuser  umgebaut müssen, um die hohen Dämmvoraussetzungen zu erfüllen.

Im Markt ist seit längerem Bewegung: Im Juli verkaufte Haniel seine  Baustoffsparte Xella an ein Konsortium, das zu gleichen Teilen aus dem französischen Finanzinvestor PAI Partners und dem US-Investmenthaus Goldmann Sachs besteht. Wenn auch Goldmann mittlerweile erhebliche Verluste schreibt, zwei Milliarden Dollar in vergangenen Quartal, so könnte Merckles Heidelcement ein echter Zusatzhappen für die Investoren sein. Denn Heidelcement wird wegen des starken Verkaufsdrucks wahrscheinlich recht billig zu haben sein. Und Xella und Heidelcement passen gut zueinander. Yella stellt die Betonmarke Ytong her. Und zu PAI gehören schon jetzt der Dachziegelhersteller Braas und der Bausteinproduzent Monier. Fragt sich nur, ob das Europäische Kartellamt da mitmacht, das im übrigen schlecht auf die gesamte Branche zu sprechen ist. Ein Kartellverfahren in Milliardenhöhe ist gegen die Steineklopfer anhängig. In diesem hemdsärmeligen Wirtschaftzweig wird immer gern gemauschelt.

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