Pharma: Rote Zahlen bei Merck

Pharma: Rote Zahlen bei Merck

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Merck dpa

Unerwartet legte der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck schlechte Geschäftszahlen vor. Die Aktie bricht ein, Mitarbeiter müssen bangen. Die Probleme liegen vor allem im Pharmageschäft.

Seit etwa zwei Jahrzehnten haben die Merck-Forscher kein eigenes Medikament mehr in ihren Laboren erfolgreich entwickelt. Der neue Pharma-Chef Stefan Oschmann, der Anfang des Jahres vom US-Namensvetter Merck & Co. nach Darmstadt wechselte, soll das Pillengeschäft nun wieder auf Vordermann bringen. Zunächst einmal stutzt Oschmann den Bereich zusammen. Der neue Pharma-Chef  nimmt eine hohe Wertberichtigung auf eine Biotech-Anlage in der Schweiz vor. Oschmann stoppt etwa die Entwicklung einer Multiple-Sklerose-Pille, die kaum noch Chancen auf die Zulassung hatte – weil aber noch Kosten anfallen, muss er eine Rückstellung bilden.  Den Wert der Pharma-Pipeline berechnet er neu – und korrigiert manche Umsatzerwartung nach unten.

Verlust von elf Millionen Euro im zweiten Quartal

Wegen solcher „Einmaleffekte“ weist Merck nun für das zweite Quartal beim Betriebsergebnis einen Verlust von elf Millionen Euro aus. Im Vorjahr war an gleicher Stelle noch ein Gewinn von 326 Millionen Euro angefallen. Gleichzeitig senkte Merck die Gewinnprognose für 2011: Bei einem erwarteten Umsatz von etwa zehn Milliarden Euro ist jetzt nur noch von einem erwarteten Betriebsgewinn von einer Milliarde Euro die Rede – noch im April hatte sich Konzernchef Karl-Ludwig Kley optimistischer angehört. Die Merck-Aktie brach am Vormittag um fünf Prozent ein.

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Merck-Finanzvorstand Matthias Zachert schloss weitere bilanzielle Belastungen im laufenden Jahr nicht aus. Und was die schlechten Zahlen für die Mitarbeiter bedeuten, wird sich auch bald zeigen. Klar ist: Merck will Prozesse verschlanken und Kosten überprüfen. Eine endgültige Entscheidung zu den Sparplänen soll jedoch erst im nächsten Jahr fallen.

Merck wirbt um Mappus

Um das schwächelnde Pharmageschäft wieder flott zu machen, verpflichten Oschmann und Kley derzeit zahlreiche Manager – und Managerinnen – von außen. „Das ist für Merck ungewöhnlich“, sagt Kley. Künftig sollen wieder mehr interne Führungskräfte gefördert werden.

Über einen weiteren möglichen Neuzugang von außen sprach Kley bei der Präsentation der Zahlen dann doch noch. Es gebe Gespräche zwischen Merck und Stefan Mappus (CDU) dem früheren baden-württembergischen Ministerpräsidenten, bestätigte Kley. Mehr wollte er aber nicht sagen. Bereits im Mai hatte die WirtschaftsWoche über Mappus’ Wechselabsichten berichtet. Er soll für eine Position im Südamerika-Geschäft des Konzerns vorgesehen sein.     

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