Pharma: Rückschlag für Bayer

Pharma: Rückschlag für Bayer

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Das Bayer-Kreuz am Köln-Bonner Flughafen

von Jürgen Salz

Der Leverkusener Konzern muss die Entwicklung eines neuen Medikaments aufgeben. An der Börse wurde Bayer dafür abgestraft. Der Schaden hält sich – noch – in Grenzen.

Weltweit leiden 400.000 Menschen darunter, dass ihr Blut nicht gerinnt. Verletzungen können für sie tödlich enden – sofern es nicht gelingt, den Blutfluss rechtzeitig zu stoppen. Bayer entwickelt seit Jahren Medikamente gegen die Bluterkrankheit. Die Leverkusener arbeiteten an einem Mittel, das nur noch einmal die Woche angewendet werden muss – und mindestens so gut wirken sollte wie ein Vergleichspräparat, das dreimal die Woche zur Anwendung kommt. Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt. Die entsprechende Medikamenten-Studie beendete Bayer vorzeitig. Der Bayer-Aktienkurs brach daraufhin um zwei Prozent ein. Unter den Dax-Konzernen erlitt Bayer am Montag dieser Woche den höchsten Wertverlust.

Vorzeitiges Ende nicht ungewöhnlich

Tatsächlich ist der Schaden für Bayer noch überschaubar. Das Medikament befand sich noch in einer frühen Phase der Entwicklung -  der bisher geleistete finanzielle Aufwand hält sich also in Grenzen. Dass Bayer nun eine Studie vorzeitig beendet, ist auch nichts Ungewöhnliches. Nur ein geringer Prozentsatz von hoffnungsvollen Medikamenten-Kandidaten schafft es später auch tatsächlich in die Apothekenregale. Rückschläge gehören zum Wesen der Pharmaindustrie. Dafür, dass die Branche ein hohes Risiko in Kauf nimmt, verlangt sie dann auch später hohe Preise.

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Bayer kann zudem auf sein durchaus beachtliches Medikamenten-Sortiment verweisen. Dazu zählen etwa ein Mittel gegen verschiedene Krebsarten und ein Präparat gegen Multiple Sklerose.

Schlechte Nachrichten

Allerdings häufen sich in jüngster Zeit die schlechten Nachrichten. Seit Ende vergangenen Jahres ist klar, dass der große Bayer-Hoffnungsträger, das Thrombosemittel Xarelto, in den USA deutlich später als geplant auf den Markt kommt, wahrscheinlich erst 2011. Die Bayer-Forscher brauchen mehr Zeit, um die Fragen der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA zu beantworten.

Zuvor war die Bayer-Antibabypille Yasmin in die Schlagzeilen geraten, weil einige Patientinnen an Lungenembolie verstorben waren. Ob ein Zusammenhang zu der Einnahme von Yasmin besteht, ist aber noch fraglich.

Auf den designierten Bayer-Chef Marijn Dekkers, der am 1. Oktober antritt, kommt einiges an Arbeit zu. Dekkers, derzeit noch einfacher Bayer-Vorstand, kann sich schon jetzt in das Medikamenten-Geschäft einarbeiten. Da der aktuelle Spartenleiter Arthur Higgins das Unternehmen in absehbarer Zeit verlässt, muss Dekkers das Gesundheitsgeschäft kommissarisch leiten. 

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