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Pharmabranche: Bayers Schlag gegen den Schlaganfall

von Jürgen Salz

Der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern Bayer entwickelt ein vielversprechendes Mittel zur Vorbeugung gegen Schlaganfall. Auf einem Medizinerkongress in Chicago stellte das Unternehmen positive Studiendaten vor – die Bayer-Aktie legte daraufhin kräftig zu. Nun muss sich das Präparat allerdings noch gegen starke Konkurrenten durchsetzen.

Das Bayer-Kreuz am Quelle: dpa
Das Bayer-Kreuz am Köln-Bonner Flughafen Quelle: dpa

Über 14 000 Patienten nahmen an der Studie teil – die eine Hälfte erhielt das neue Bayer-Mittel Xarelto, die andere Hälfte das bisherige Standardpräparat Warfarin. Das Ergebnis: Das Bayer-Präparat ist wirksamer und besser geeignet, Schlaganfällen vorzubeugen. Die Sicherheit – insbesondere das Blutungsrisiko - fiel bei beiden Medikamenten vergleichbar aus. Vorteil Bayer also – die Bayer-Aktie legte zeitweise um sieben Prozent zu.

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Bislang ist Xarelto nur zur Vorbeugung gegen Thrombosen nach Knie- und Hüftoperationen zugelassen. Wenn das Mittel künftig – nach der Zulassung, die noch einige Monate in Anspruch nehmen wird – auch zur Vorbeugung gegen Schlaganfall eingesetzt werden kann, winkt das große Geschäft. Bayer rechnet mit einem jährlichen Umsatz von zwei Milliarden Euro. Das Präparat ist für die Leverkusener auch ganz besonders wichtig – denn, abgesehen von Xarelto, sieht es beim Medikamenten-Nachschub von Bayer eher dürftig aus.

Starke Konkurrenz

Allerdings muss sich Xarelto auch noch gegen starke Konkurrenten durchsetzen. Boehringer Ingelheim arbeitet an einem ähnlichen Präparat, dass auch bereits zur Schlaganfall-Prophylaxe in den USA zugelassen ist. Auch die US-Konzerne Pfizer und Merck sowie das japanische Unternehmen Daiichi Sankyo arbeiten an entsprechenden Präparaten. Bis die Tabletten auf den Markt kommen, dürften jedoch noch einige Jahre vergehen.

Möglicherweise reicht der Markt ja auch für mehrere Anbieter. Analysten schätzen das Marktpotenzial der Gerinnungshemmer auf zwanzig Milliarden Dollar. Die Chancen, dass Bayer von diesem Kuchen ein großes Stück abbekommt, sind nun deutlich gestiegen.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 05.02.2011, 20:16 UhrAnonymer Benutzer: Kavai

    Nun hat bayer "Xarelto" und boehringer "Pradaxa".
    Es wird der Preis der Pharmacons mit eine Rolle spielen, um Marcumar vom Markt zu verdrängen.
    Die Krankenkassen werden harte bandagen ansetzen !

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