
Über 14 000 Patienten nahmen an der Studie teil – die eine Hälfte erhielt das neue Bayer-Mittel Xarelto, die andere Hälfte das bisherige Standardpräparat Warfarin. Das Ergebnis: Das Bayer-Präparat ist wirksamer und besser geeignet, Schlaganfällen vorzubeugen. Die Sicherheit – insbesondere das Blutungsrisiko - fiel bei beiden Medikamenten vergleichbar aus. Vorteil Bayer also – die Bayer-Aktie legte zeitweise um sieben Prozent zu.
Bislang ist Xarelto nur zur Vorbeugung gegen Thrombosen nach Knie- und Hüftoperationen zugelassen. Wenn das Mittel künftig – nach der Zulassung, die noch einige Monate in Anspruch nehmen wird – auch zur Vorbeugung gegen Schlaganfall eingesetzt werden kann, winkt das große Geschäft. Bayer rechnet mit einem jährlichen Umsatz von zwei Milliarden Euro. Das Präparat ist für die Leverkusener auch ganz besonders wichtig – denn, abgesehen von Xarelto, sieht es beim Medikamenten-Nachschub von Bayer eher dürftig aus.
Starke Konkurrenz
Allerdings muss sich Xarelto auch noch gegen starke Konkurrenten durchsetzen. Boehringer Ingelheim arbeitet an einem ähnlichen Präparat, dass auch bereits zur Schlaganfall-Prophylaxe in den USA zugelassen ist. Auch die US-Konzerne Pfizer und Merck sowie das japanische Unternehmen Daiichi Sankyo arbeiten an entsprechenden Präparaten. Bis die Tabletten auf den Markt kommen, dürften jedoch noch einige Jahre vergehen.
Möglicherweise reicht der Markt ja auch für mehrere Anbieter. Analysten schätzen das Marktpotenzial der Gerinnungshemmer auf zwanzig Milliarden Dollar. Die Chancen, dass Bayer von diesem Kuchen ein großes Stück abbekommt, sind nun deutlich gestiegen.













