Pharmaindustrie: Boehringer: "Wir wachsen auch 2009 stärker als der Markt"

Pharmaindustrie: Boehringer: "Wir wachsen auch 2009 stärker als der Markt"

Der Pharma-Konzern Boehringer Ingelheim bestätigt nach Ablauf des ersten Halbjahres sein Ziel, seinen Umsatz in diesem Jahr stärker zu steigern als der Markt.

Unternehmenschef Andreas Barner sagte der WirtschaftsWoche: „Natürlich spüren wir die Auswirkungen der Wirtschaftskrise, aber wir sehen keine massiven Einbrüche. Die Verschreibung von Medikamenten richtet sich ja nicht unbedingt nach Konjunkturen. Bislang sieht 2009 zufriedenstellend aus“, betont Barner. „Ich erwarte, dass Boehringer im Jahr 2009 zum zehnten Male in Folge stärker als der weltweite Pharmamarkt wächst, dem Experten inzwischen nur noch eine Steigerung von zwei bis drei Prozent voraussagen.“

Barner bekräftigte die Pläne, in den nächsten Jahren fünf neue Medikamente auf den Markt zu bringen und kündigt nach einer Stagnation 2010 eine neue Wachstumsphase für Boehringer an. „2010 wird für uns zum ersten Male seit langem ein Jahr ohne nennenswertes Wachstum werden. Das liegt daran, dass wichtige Patente ablaufen – etwa für unser Mittel Flomax gegen gutartige Prostatavergrößerung. Ab 2011 erwarten wir dann dank unserer neuen Medikamente den Beginn einer neuen Wachstumsphase.“ Neben dem Thrombosemittel Pradaxa, für das Boehringer Ende August eine Patienten-Studie mit 18.000 Teilnehmer vorstellen wird, kündigte Barner ein neues Medikament für Frauen an, welches das sexuelle Verlangen steigern soll. „Wir haben das Mittel an unserem Standort in Biberach entwickelt“, so Barner. Derzeit werde das Präparat mit dem Namen Flibanserin erprobt. „Wir testen das Präparat weltweit bereits an 5.000 Patientinnen. In zwei bis drei Jahren könnte Flibanserin auf dem Markt sein.“ Das Präparat setze anders als Viagra im Gehirn an, erklärt Barner. „Es geht hier um eine langfristige Therapie und nicht um akute Stimulanz. Die Wirkungsweise ist auch unterschiedlich: Flibanserin soll Botenstoffe im Gehirn beeinflussen; Viagra dagegen reguliert die Blutzufuhr.“

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Kritik an Korruption

Kritisch äußert sich Barner zu Praktiken von Pharma-Konzernen, Ärzte etwa mit Geld und teuren Geschenken zu bestechen. „Ohne jedes Wenn und Aber: Unlautere Praktiken gehören sich nicht. Was Bestechung, unlautere Werbung, das Zurückhalten von Studien und weitere fragwürdige Praktiken angeht: Ich schließe aus, dass sich Boehringer solcher Methoden bedient.“ Boehringer habe seine internen Richtlinien gerade verschärft. „Ethik ist Teil unserer Unternehmenskultur. Wir haben gerade unsere internen Richtlinien noch einmal verschärft. Boehringer zahlt Medizinern, die wir etwa auf Kongresse einladen, keine Übernachtungen in Luxushotels, keine Speisen in Gourmet-Restaurants und kein Unterhaltungsprogramm. Geschenke an Ärzte dürfen bei uns einen Wert von fünf Euro nicht überschreiten.“

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