Pharmaindustrie: Sanofi braucht Hilfe von außen

Pharmaindustrie: Sanofi braucht Hilfe von außen

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Eingang zu einer Genzyme-Fabrik in Boston

von Jürgen Salz

Der französische Medikamenten-Hersteller Sanofi-Aventis bietet 18,5 Milliarden Dollar für das US-Biotechunternehmen Genzyme. Allerdings ziert sich Genzyme noch. Sanofi-Chef Chris Viehbacher benötigt aber dringend Verstärkung.

Jahrelang hat Sanofi vor allem auf seine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung gesetzt, doch der Nachschub an neuen Medikamenten aus den Konzernlabors fiel immer spärlicher aus. Eine selbstentwickelte Schlankheitspille schaffte es in den USA schon gar nicht mehr auf den Markt, nachdem einige Patienten davon depressiv wurden.  

Inzwischen setzt Sanofi, der viertgrößte Pharmakonzern der Welt,  verstärkt darauf, neue Medikamente von außen zuzukaufen. Der neue Chef Christopher Viehbacher, seit Dezember 2008 im Amt, hat seither schon zehn Milliarden Euro für Akquisitionen ausgegeben. Jetzt will er noch mal kräftig nachlegen: Viehbacher bietet für die Übernahme des US-Biotechunternehmens Genzyme 18,5 Milliarden Dollar (etwa 14,5 Milliarden Euro). Bei einem Umsatz von 4,5 Milliarden Dollar erzielt Genzyme im vergangenen Jahr 422 Millionen Dollar Gewinn.   

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Viele Sanofi-Präparate verlieren Patentschutz

Mit eigenen Mitteln kommt Sanofi nicht mehr weit. Zumal viele Präparate des französischen Pharmakonzerns, in dem letztendlich das Medikamenten-Geschäft der früheren Hoechst AG aufgegangen ist, in nächster Zeit ihren Patentschutz verlieren. Generika-Hersteller drängen mit Kopien von Sanofi-Medikamenten immer aggressiver in den Markt; die Preise für die Originalpräparate verfallen entsprechend. Erst kürzlich senkte  Sanofi sein Gewinnziel für 2010, nachdem in den USA ein Generikum für den Blutverdünner Lovenox zugelassen wurde.

Insofern kommt Genzyme für Sanofi-Chef Viehbacher ganz gelegen. Das US-Unternehmen entwickelt vor allem Medikamente gegen seltene Erbkrankheiten. Die Zahl der betroffenen Patienten ist da zwar überschaubar – doch dafür sind die Präparate auch kaum durch Generika-Attacken gefährdet. Die Hersteller von Nachahmermedikamenten setzen vor allem auf Massenarzneien.

Nur: Genzyme ziert sich. Bereits seit Wochen wirbt Viehbacher um das US-Unternehmen. Doch es gelang ihm bislang nicht, die Genzyme-Führung zu Fusionsgesprächen zu bewegen. Nun wendet sich Sanofi direkt an die Aktionäre. Möglicherweise erhalten die Franzosen auch noch Konkurrenz. Auch anderen Pharmaunternehmen wie GlaxoSmithKline, Johnson & Johnson sowie Pfizer wird Interessen an Genzyme nachgesagt. Die spannendste Phase der Übernahmeschlacht hat gerade begonnen.  

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