Pharmaindustrie: Top-Verdiener bei Novartis tritt zurück

Pharmaindustrie: Top-Verdiener bei Novartis tritt zurück

von Jürgen Salz

Einer der bestbezahlten Manager Europas gibt ein bisschen Macht ab: Daniel Vasella tritt zum 1. Februar als Konzernchef des Pharmakonzerns Novartis zurück. Als Präsident des Verwaltungsrates wird er jedoch weiter die Strippen ziehen.

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Daniel Vasella (R), Konzernchef des Pharmakonzerns Novartis, und sein Nachfolger Joe Jimenez.

Er werde sich künftig auf strategische Prioritäten konzentrieren, ließ Vasella schon mal verlauten. Das klingt ganz danach, als werde Vasella auch weiter aktiv an vorderster Front mitmischen. Und die Möglichkeit dazu hat er auch: Als Präsident eines schweizerischen Verwaltungsrates hat Vasella deutlich mehr Kompetenzen als ein deutscher Aufsichtsratsvorsitzender.

Die vergangenen elf Jahre hat der 57-jährige Vasella sowohl den Konzern geleitet als auch den Verwaltungsrat geführt – also faktisch sich selbst kontrolliert. Das hat ihm viel Kritik eingebracht. Gute Corporate Governance sieht anders aus. Ebenso hat Vasellas hohes Gehalt immer wieder für Diskussionen gesorgt. Allein 2009 verdiente der Novartis-Chef umgerechnet etwa 14 Millionen Euro. Damit ist er einer der bestverdienenden Manager in Europa

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Vasella hat sich für seinen Abgang von der Konzernspitze einen guten Zeitpunkt ausgesucht. Auf der heutigen Bilanz-Pressekonferenz präsentierte der Novartis-Chef noch mal einen Rekordgewinn von über zehn Milliarden Dollar – bei einem Umsatz von 44 Milliarden Dollar. Mit seinen Medikamenten hat Novartis im vergangenen Jahr gutes Geld verdient. Die Übernahme von Alcon, eines auf Augenheilkunde spezialisierten Unternehmens, hatte Vasella zuletzt noch mit angeschoben.

Sein Nachfolger als Konzernchef wird der Amerikaner Joe Jimenez, der bislang die Pharma-Sparte von Novartis leitete. Früher hatte Jimenez mal die Geschäfte von Heinz Ketchup in Europa geführt. Hoffnungen auf den Chefposten hatte sich auch ein Deutscher gemacht: Jörg Reinhardt, der seit 2006 dem Novartis-Führungsgremium angehört, galt intern als hoffnungsvoller Kandidat. Gegen Jimenez zog er den Kürzeren. Nun wird Reinhardt das Unternehmen verlassen.

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