Pharmakonzern Bayer: Der Neue zieht seine erste Bilanz

Pharmakonzern Bayer: Der Neue zieht seine erste Bilanz

von Jürgen Salz

Der Holländer Marijn Dekkers ist der erste Ausländer an der Spitze des Bayer-Konzerns. Zum ersten Mal präsentiert er die Zahlen für das Geschäftsjahr 2010. Sie fallen durchwachsen aus.

Bei dem Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern Bayer gab es im Jahr 2010 Licht und Schatten. Das Pharmageschäft geriet vor allem in den USA unter Druck. Wichtige Medikamente wie Yasmin (Verhütungspille) oder Betaferon (Multiple Skelerose) verloren zumindest zeitweise Umsätze.

Yasmin, eines der wichtigsten Präparate von Bayer, ist von verstärkter Nachahmerkonkurrenz und Klagen wegen angeblicher schwerwiegender Nebenwirkungen bedroht. Das Pflanzenschutzgeschäft lief auch eher mau. Richtig erfolgreich war nur das Geschäft mit höherwertigen Chemikalien und Kunststoffen – es profitierte insbesondere von der anziehenden Konjunktur.

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Insgesamt konnte Bayer im Jahr 2010 seinen Umsatz um 12,6 Prozent auf 35,1 Milliarden Euro steigern. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich vor Sondereinflüssen um 9,7 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro. Hohe Kosten für Rechtsfälle – etwa wegen der Yasmin-Klagen – und Abschreibungen belasteten jedoch das Ergebnis. Unter dem Strich sank der Konzerngewinn um vier Prozent auf 1,3 Milliarden Euro.

Erstmals präsentierte Marijn Dekkers die Geschäftszahlen. Der rotblonde Holländer ist der erste Ausländer an der Bayer-Spitze – und der erste Chef, der nicht aus dem Konzern kommt. Am 1.Oktober trat er die Nachfolge des langjährigen Unternehmenslenkers Werner Wenning an. Erst seit dem 1. Januar 2010 gehört er überhaupt dem Bayer-Konzern an.

So ganz wissen viele Mitarbeiter noch nicht, woran sie mit dem neuen Boss sind, der zuvor lange in den USA gearbeitet hat.. In seinem ersten Jahr sorgte Dekkers bereits für einiges Aufsehen. So strich er etwa den Traditionsnamen Schering, was ihm vor allem die Berliner Mitarbeiter aus der früheren Schering-Zentrale übel nahmen. Im Jahre 2006 hatte Bayer den Pharma-Konkurrenten Schering übernommen.

Relativ überraschend verkündete Dekkers auch einen Stellenabbau. Insgesamt will Dekkers weltweit 4500 Stellen streichen, davon 1700 in Deutschland. Als Dekkers die Zahlen nannte, fühlten sich die Arbeitnehmervertreter überrumpelt. Bislang waren sie gewohnt, frühzeitig in die Entscheidungen des Vorstandes eingebunden zu werden. Innerhalb von Deutschland sollen 700 Stellen in der Gesundheitssparte, 300 im Pflanzenschutzgeschäft und weitere 700 in den Service-Bereichen und der Konzernverwaltung wegfallen. Wo genau wie viele Stellen wegfallen, ist noch nicht klar. In der Gesundheitssparte sollen aber vor allem frühere Schering-Standorte betroffen sein. Betriebsbedingte Kündigungen wird es dabei allerdings nicht geben.

Dekkers will Bayer schneller und unbürokratischer machen. Mehr Innovation, weniger Administration, sagt er gerne. Während er in Deutschland und anderen angestammten Industrieländern Jobs abbauen, will er in Schwellenländern, zu denen etwa Brasilien und Indien gehören, Personal aufbauen.

Bei der Vorstellung der Geschäftszahlen für 2010 sprach sich Dekkers auch gegen eine gesetzliche Frauenquote aus. Bis zum Jahr 2015 will Bayer den Anteil von Frauen in Führungspositionen konzernweit in Richtung 30 Prozent entwickeln. Derzeit liegt der Anteil bei knapp über 20 Prozent.

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