Pharmakonzern: Bayer plant massiven Jobabbau bei Schering

Pharmakonzern: Bayer plant massiven Jobabbau bei Schering

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Bayer-Sparten

von Jürgen Salz

Vor allem in der Verwaltung sowie im Bereich Marketing und Vertrieb sollen Arbeitsplätze wegfallen. Betroffen ist insbesondere der Standort Berlin.

Es war eine der spektakulärsten Übernahmen der deutschen Wirtschaftsgeschichte: Für 16,5 Milliarden Euro übernahm der Pharma- und Chemiekonzern Bayer 2006 den Dax-Konkurrenten Schering. Nun plant Bayer tiefe Einschnitte bei der einstigen Neuerwerbung. Von 700 Stellen, die der neue Bayer-Chef Marijn Dekkers im Gesundheitsgeschäft in Deutschland abbauen will, sollen bis zu 500 an früheren Schering-Standorten gestrichen werden, vor allem in Berlin, heißt es aus Unternehmenskreisen. Die anderen Jobs sollen weitgehend an den Standorten Wuppertal und Leverkusen abgebaut werden. Bayer wollte sich dazu nicht äußern.

Insgesamt sollen in der Verwaltung sowie im Bereich Marketing und Vertrieb je etwa 200 Arbeitsplätze wegfallen, in Forschung & Entwicklung sowie in der Produktion je etwa 150, heißt es. Auch diese Zahlen möchte Bayer nicht kommentieren.

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Die Übernahme von Schering hatte noch Dekkers’ Vorgänger Werner Wenning durchgezogen. Mittlerweile hat sich jedoch an der Bayer-Spitze Ernüchterung über den Neueinkauf breitgemacht: So verliert die Verhütungspille Yasmin, die in den Schering-Labors entwickelt wurde, derzeit deutlich an Umsatz – vor allem wegen der verschärften Generika-Konkurrenz in den USA. Auch das Multiple-Sklerose-Präparat Betaferon schwächelte, konnte zuletzt jedoch wieder etwas zulegen. Zudem haben die Berliner kaum aufregende neue Medikamente auf den Weg gebracht.

Offenbar ohne sich mit seinem Vorstand abzustimmen, hatte Dekkers schon im Herbst angekündigt, den Namen Schering zu streichen. Das Unternehmen existierte als Aktiengesellschaft seit 1871. Die Pharmatochter Bayer Schering Pharma firmiert künftig als Bayer HealthCare Pharmaceuticals. Der letzte frühere Schering-Vorstand im Vorstand der Pharma-Tochter, Ulrich Köstlin, geht nun mit 58 Jahren in den Ruhestand.

Im Herbst hatte Dekkers, der Bayer seit dem 1. Oktober führt, auch schon ein konzernweites Sparprogramm angekündigt. So fallen weltweit 4500 Stellen weg, davon 1700 in Deutschland. Neben den 700 Arbeitsplätzen in der Gesundheitssparte sollen hierzulande etwa 300 im Pflanzenschutzgeschäft, weitere 700 in den Service-Bereichen und der Konzernverwaltung gestrichen werden. Nur die Chemiesparte wird kaum angetastet – dort erzielt Bayer die höchsten Zuwächse (siehe Grafik). Noch verhandeln Management und Betriebsräte über den Personalabbau. Betriebsbedingte Kündigungen wird es nicht geben. Diese sind durch einen Standortsicherungsvertrag ausgeschlossen, der bis Ende 2012 gilt.

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