Pharmakonzerne : Vorteil Boehringer: Neue Hoffnung im Kampf gegen den Schlaganfall

Pharmakonzerne : Vorteil Boehringer: Neue Hoffnung im Kampf gegen den Schlaganfall

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Blick auf das Firmengelände des Pharmakonzerns Boehringer Ingelheim

Die deutschen Medikamenten-Hersteller Boehringer Ingelheim und Bayer wetteifern um ein neues Schlaganfall-Medikament. Derzeit liegt Boehringer vorn. Bei einem Mediziner-Kongress in Barcelona trafen beide Unternehmen aufeinander.

Es ist das Duell der größten deutschen Pharmakonzerne. Bayer ist die Nummer eins, Boehringer die Nummer zwei am Markt. Bayer ist einer der größten Dax-Konzerne, Boehringer eines der erfolgreichsten deutschen Familienunternehmen. Beide arbeiten an einem Mittel, dass gegen Thrombosen und Schlaganfällen besser vorbeugen soll: Boehringer hat sein Mittel Pradaxa im schwäbischen Biberach entwickelt, Bayer brachte das Konkurrenzprodukt Xarelto in Wuppertal zur Marktreife. Ein schöner Erfolg für den Pharma-Standort Deutschland. „Ich finde es gut, dass zwei deutsche Unternehmen sich anschicken, die Thrombosegefahr und die Schlaganfallgefahr mit neuen Therapieprinzipien anzugehen", sagt Boehringer-Chef Andreas Barner.

Pradaxa und Xarelto werden von Medizinern in zahlreichen Ländern bereits verabreicht - an Patienten, denen nach Hüft- und Kniegelenkoperationen Thrombosen drohen. Doch ein großes Milliarden-Geschäft wird daraus erst, wenn die Unternehmen nachweisen können, dass sich mit ihrem Mittel auch Schlaganfälle und Herzkrankheiten verhindern lassen. Dabei liegt Boehringer nun vorn: Auf einem Kardiologenkongress in Barcelona stellte das Unternehmen positive Studiendaten vor und will noch in diesem Jahr die Zulassung beantragen, um Pradaxa zur Vorbeugung gegen Schlaganfall und zum Schutz vor der Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern einzusetzen.

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Es war fünf vor zwölf, als der kanadische Arzt Stuart Connolly am vergangenen Sonntag in Barcelona die Ergebnisse der Boehringer-Tests vorstellte. An weltweit 18.000 Patienten hatten Mediziner in den vergangenen Jahren die Wirkung von Pradaxa im Vergleich zu gegenwärtigen Standardmedikamenten wie dem Blutverdünner „Marcumar" getestet. Ergebnis: Das Boehringer-Mittel ist den bisherigen Therapien deutlich überlegen.

Und einfacher zu handhaben ist es auch: Bei Medikamenten wie „Marcumar" müssen die Ärzte etwa das Blutbild überwachen und auch noch aufpassen, dass ihre Patienten nichts Falsches essen oder trinken: So müssen etwa Kaffee, Spinat, Tomaten oder Brokkoli für Marcumar-Patienten tabu sein. Entsprechend zurückhaltend haben die Ärzte denn auch die bisherigen Mittel verschrieben. Nun hoffen die Mediziner, dass sich mit dem Boehringer-Medikament weltweit 3000 Schlaganfälle pro Tag verhindern lassen.

Die Nachricht über die positiven Studiendaten verbreitete sich anschließend wie ein Lauffeuer auf dem Kongress. Kaum hatte Connolly die positiven Daten verkündet, verteilten Boehringer-Hostessen die Studiendaten an Kongressbesucher. Die Stimmung am Ausstellungsstand von Boehringer ist gut, Champagner fließt allerdings nicht.

Wenige Meter entfernt, am Bayer-Stand, schenkten freundliche Mitarbeiter derweil Frappe- und Sorbet-Getränke aus. Eine solche Neuigkeit wie die Kollegen von Boehringer hatte Bayer nicht zu bieten. Seine Studiendaten zu Xarelto – zur Vorbeugung gegen Schlaganfall – wird das Unternehmen erst in einigen Monaten vorstellen. Die Standcrew trug schwarz, wahrscheinlich war das Zufall. Eine attraktive Frau animierte die Ausstellungsbesucher zu einem Quiz, in dem es vorwiegend um die Vorteile von Bayer-Medikamenten wie Aspirin und Glucobay ging.

So gänzlich unvorbereitet hat der Boehringer-Coup Bayer allerdings nicht getroffen: Am Donnerstag vergangener Woche hatte die Bayer-Aktie bereits drei Prozent verloren. Anleger waren da bereits davon ausgegangen, dass Konkurrent Boehringer in Barcelona positive Studiendaten vorstellen wird.

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