Pharmariese Pfizer: Neuer Chef, verblasster Ruhm

Pharmariese Pfizer: Neuer Chef, verblasster Ruhm

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Pfeilschneller Wechsel an der Spitze: Pfizer-Logo im Hauptquartier des Pharma-Konzerns in New York

von Jürgen Salz

Pfizer-Chef Jeffrey Kindler ist überraschend zurückgetreten. Sein Nachfolger Ian Read, der ebenfalls aus dem Konzern kommt, steht vor einer schwer lösbaren Aufgabe. Seit Viagra hat Pfizer kaum noch spannende Medikamente hervorgebracht.

Der 55-Jährige Kindler will sich eine private Auszeit nehmen, um die „Batterien wieder aufzuladen“. Sein zwei Jahre älterer Nachfolger, der bisherige Pharma-Chef Ian Read, wird allerdings auch viel Power brauchen, damit  Pfizer wieder auf Hochtouren läuft.

Read muss zunächst einmal den Cholesterinsenker Lipitor ersetzen, das meistverkaufte Medikament der Welt. Lipitor steht für mehr als zehn Milliarden Dollar Umsatz – ein Fünftel der gesamten, weltweiten Pfizer-Erlöse. Nur läuft das Patent – und damit das exklusive Nutzungsrecht für Pfizer – ab dem nächsten Jahr ab. Das Spitzenmedikament ist kaum zu ersetzen.

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Zumal Pfizer in den vergangenen Jahren nicht viel eingefallen ist. Nur sieben nennenswerte neue Wirkstoffe brachte der größte Arzneimittel-Hersteller der Welt im vergangenen Jahr heraus – obwohl das Unternehmen jährlich etwa acht Milliarden Dollar für Forschung und Entwicklung ausgibt.

Eine der letzten großen Erfindungen war die Potenzpille Viagra – sie stammt noch aus den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Damals war Pfizer das meistbewunderte Unternehmen der Branche. Der Konzern aus New York hatte spannende Medikamente wie Viagra und Lipitor neu im Angebot, war der Konkurrenz beim Marketing meilenweit voraus und legte beim Wachstum kräftig zu.

Wachstum kommt vor allem von Übernahmen

Zwar wächst Pfizer immer noch – allerdings nicht mehr bevorzugt aus eigener Kraft, sondern vor allem durch Übernahmen anderer Unternehmen. So erwarb der Konzern Anfang vergangenen Jahres etwa für 68 Milliarden Dollar den US-Konkurrenten Wyeth.

In der eigenen Forschung musste Pfizer in jüngster Zeit etliche Rückschläge einstecken. Die Entwicklung von einst vielversprechenden Medikamenten gegen Alzheimer und Krebs scheiterte. Kritiker sagen, das Pfizer zu groß – und zu bürokratisch – geworden ist. Der Kreativität in den Entwicklungsabteilungen haben die ständigen Zukäufe und entsprechenden Umorganisationen nicht gut getan.

Kindler hatte bereits angekündigt, dass Pfizer künftig nicht mehr nur auf verschreibungspflichtige Arzneien, sondern auch auf billigere Nachahmerpräparate (Generika) setzt. Deswegen hatte Pfizer auch um Deutschlands bekanntesten Generika-Hersteller Ratiopharm, der seit 2009 zum Verkauf stand, mitgeboten. Doch statt Pfizer kam der israelische Hersteller Teva bei Ratiopharm zum Zuge.

Seither halten sich Gerüchte, dass Pfizer ein Auge auf den letzten unabhängigen deutschen Generika-Hersteller Stada geworfen hat. Auch mit diesem Thema wird sich nun der neue Pfizer-Chef Ian Read auseinandersetzen.      

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