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Pläne: Radikaler Umbau bei Tchibo

von Mario Brück und Martin Seiwert

Verpasste Trends bei Coffee-Shops, sinkende Umsätze und auf Konfrontationskurs eingestellte Lebensmittelketten: Für den Hamburger Kaffee- und Gemischtwarenladen Tchibo kommt es knüppeldick.

Filiale von Tchibo in Hamburg Quelle: dpa
Filiale von Tchibo in Hamburg Quelle: dpa

. Nachdem der Tchibo-Umsatz schon im ersten Halbjahr 2007 um vier Prozent auf 1,7 Milliarden Euro gefallen war und sich das Betriebsergebnis halbierte, sollte mit teurer Designermode eine hippe, urbane und zahlungskräftige Zielgruppe in die Filialen gelockt und der Abwärtstrend gestoppt werden. Doch laut Medienberichten bleibe Tchibo auf den Klamotten des ehemaligen Adidas und Levi`s -Designers Michael Michalsky („Mitch & Co.") sitzen.

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Ein Tchibo-Sprecher sieht das anders: „Die Marke läuft wie erwartet und die dritte Kollektion kommt ab Montag in die Läden." Zwei weitere Kollektion seien in Arbeit. Darüber hinaus werde sich Tchibo von rund 100 seiner insgesamt 1000 deutschen Shops trennen, die nicht mehr ins Konzept passen. Dieses sieht vor, dass künftig alle Shops mit einer Gastronomie-Ecke mit Snacks und Kaffeeausschank ausgerüstet werden. Zudem sollen den Kunden künftig in den Shops sowohl die aktuelle als auch die beiden vergangenen Wochenaktionen angeboten werden. Zusätzlicher Raum werde durch Verzicht auf Stau- und Lagerflächen entstehen und durch tägliche Belieferung ausgelichen. Für den Radikalumbau werde ein hoher zweistelliger Millionenbetrag zur Verfügung gestellt. Bis Ende 2009, und damit ein Jahr früher als angekündigt, soll der Umbau beendet sein.

Die zur Disposition stehenden Filialen könnten laut Tchibo als reine Coffeeshops weiterbetrieben werden. Das wäre eine strategische Kehrtwende: Das Unternehmen hatte vor einigen Jahren - als Antwort auf stark expandierende Ketten wie Starbucks - eigene Coffeeshops getestet. Es blieb allerdings bei wenigen Testfilialen, der Aufbau einer deutschlandweiten Kette wurde abgeblasen. Ein Grund dafür waren, so heißt es in Unternehmenskreisen, die im Vergleich zu klassischen Tchibo-Filialen geringeren Margen. Denkbar sei nun ein Betrieb der Coffeeshops als Franchise-Konzept.

Die derzeitige Schwäche des Tchibo-Konzerns nutzt auch der Lebensmittelhandel gnadenlos aus. Man habe mit Tchibo Nachverhandlungen über die Konditionen bei den Tchibo -Depots in den Filialen geführt, berichtet der Chef eines großen Lebensmittelhändlers – und die Preise spürbar drücken können. „Die Zeit dafür war günstig, wenn man sich Tchibo so ansieht." Tchibo betreibt bei Lebensmittelketten wie Real, Edeka oder Rewe rund 15000 Depots.

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