Porsche: Fondsgesellschaften wollen mehr Schadensersatz von Porsche

Porsche: Fondsgesellschaften wollen mehr Schadensersatz von Porsche

von Martin Seiwert

Bei der versuchten Übernahme von VW soll Porsche Aktionäre getäuscht haben. Aufgrund neuer Erkenntnisse könnte die Schadenssumme drastisch steigen.

Im Streit um Milliardenschäden durch angebliche Manipulationen des Aktienmarktes erhöhen Investoren in Deutschland den Druck auf Porsche. Rund 2,4 Milliarden Euro forderten 14 große Fondsgesellschaften bisher von dem Autohersteller als Schadensersatz. Weitere Forderungen der Mandanten „von mehr als einer Milliarde Euro“ seien wahrscheinlich, sagt jetzt Anwalt Franz Braun von der Münchner Kanzlei CLLB, die zusammen mit der US-Kanzlei DRRT die Fondsgesellschaften vertritt und eine Schadensersatzklage einreichen will.

Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und Ex-Finanzvorstand Holger Härter haben nach Meinung der Kanzleien den Aktienmarkt manipuliert. Bevor die Anwälte ihre Klageschrift bei Gericht einreichen, wollen sie noch die Untersuchung der Stuttgarter Staatsanwaltschaft abwarten. Sie ermittelt in der Sache gegen die beiden Ex-Vorstände, gegen einen Porsche-Bilanzexperten und gegen sieben Manager einer Bank, die an der Marktmanipulation mitgewirkt haben sollen. Ein Zwischenbericht über den Ermittlungsstand soll in den nächsten Tagen folgen.

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Die Forderungen der CLLB-Mandanten stützten sich bisher darauf, dass Porsche im März 2008 Pläne für eine VW-Übernahme dementierte. Tatsächlich prüfte Porsche zu diesem Zeitpunkt schon die VW-Übernahme als Option. „Die Aussage im März 2008 war klar eine Täuschung“, sagt Anwalt Braun. Dafür könne es reichen, wenn Aussagen der Unternehmensführung missverständlich gewesen seien.

Nicht nur das Dementi vom März 2008 war nach Einschätzung der Kanzlei CLLB falsch, sondern auch die Ankündigung der Übernahme ein halbes Jahr später. „Zu diesem Zeitpunkt war bereits klar, dass die angeblich beabsichtigte Übernahme aus finanziellen Gründen und wegen der Neuauflage des VW-Gesetzes nicht mehr realisiert werden kann“, sagt Braun. „Die Meldung war also eine erneute Täuschung und sollte nur den Kursverfall der VW-Aktie stoppen.“ Daraus ergebe sich der Anstieg der Schadensersatzforderung.

Porsche hält die Ansprüche der CLLB-Mandanten für unbegründet. Das Unternehmen habe den Vorwurf der Marktmanipulation von Experten prüfen lassen, das Ergebnis sei, dass keine Rechtsverstöße vorlägen, sagt ein Porsche-Sprecher.

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