Porsche-Hauptversammlung: Polemischer Rundumschlag

Porsche-Hauptversammlung: Polemischer Rundumschlag

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Porsche-Chef Wendelin Wiedeking auf der Hauptversammlung in der Porsche-Arena in Stuttgart

Porsche-Chef Wendelin Wiedeking verrät nicht viel Neues, was seine Pläne für VW betrifft - und kritisiert stattdessen EU -Kommissionspräsident José Manuel Barroso und Bundesjustizministerin Brigitte Zypries.

"Und ob", so lautet der kurze Slogan des Imagefilms, den Porsche-Chef Wendelin Wiedeking auf der gut besuchten Hauptversammlung in der Stuttgarter Porsche-Arena präsentierte. Mit leidlich Pathos garniert, gesprochen von Robert de Niros rauchiger Filmstimme, stellte der Zuffenhausener Sportwagenhersteller sich auf der ersten Hauptversammlung nach der Neuformierung unter dem Namen Porsche Automobilholding SE vor.

Zum Auftakt präsentierte der erfolgsverwöhnte Unternehmenschef die Erfolge des vergangenen Jahres und ließ es sich dabei nicht nehmen, auf alle vermeintlichen Neider einzudreschen, die Porsche ihren Erfolg nicht gönnen. Dabei bekamen auch Bundesjustizministerin Zypries und EU-Umweltkommissar Barroso ihr Fett weg.

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"Wir können im Vorgehen des Bundesjustizministeriums keinen Sinn erkennen", sagte er in Anspielung auf geplante Neufassung des VW-Gesetzes. "Die Bundesregierung ... wird sich auch fragen lassen müssen, warum VW kein normales Unternehmen werden darf - wie Allianz, BASF, BMW, Daimler, Siemens oder Thyssenkrupp."

Zypries hatte am 16.Januar einen Gesetzentwurf über ein neues VW-Gesetz angekündigt, nachdem der europäische Gerichtshof die alte Fassung, die unter anderem die Stimmrechte großer Anteilseigner einschränkte, in weiten Teilen gekippt hatte. Der neue Entwurf sieht unter anderem vor, dass bereits ein Stimmrechtsanteil von 20 Prozent statt der sonst üblichen 25 Prozent ausreichen soll, um Entscheidungen im Aufsichtsrat zu blockieren. Damit würde das Land Niedersachsen, das 20,1 Prozent der Stimmrechte hält, seinen Einfluss in weiten Teilen behalten."Nach unserer Auffassung verstößt das Zypries-Papier eindeutig gegen das EuGH-Urteil", sagte Wiedeking.

Deutliche Worte richtete Wiedeking auch gegen die EU-Kommission, der derzeit strenge Klimaschutzauflagen für Deutschland plant. "Allein das Herumzuckeln mit putzigen Kleinwagen aus Frankreich und Italien ... soll uns vor dem drohenden Untergang retten. Herr Barroso, ich bitte Sie, das ist doch nicht Ihr Ernst."

Der gewohnt angriffslustige Topmanager und mahnte den Verlust der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland an. "Zu diesem 'Erfolg' bei der EU-Kommission kann man auch den Herren Sarkozy und Prodi nur gratulieren- wenn auch mit einer geballten Ladung Wut im Bauch", sagte Wiedeking in Richtung Italien und Frankreich, die für ihre Autoindustrie eine "Quasi-Nichtbelastung" herausholen würden, wenn die Regelungen so umgesetzt würden.

Nichts Neues verriet Wiedeking dagegen in Bezug auf seine weiteren Pläne für den Volkswagenkonzern, dessen größter Aktionär Porsche ist. Wiedeking bemühte sich, ein Signal der Versöhnung in Richtung der Wolfsburger Belegschaft zu senden."Wir stellen weder soziale Errungenschaften wie die paritätische Mitbestimmung noch Tarifautonomie in Frage", sagt Wiedeking. "Wenn wir die Herzen der Menschen in Wolfsaburg und in anderen Standorten von Volkswagen und den Marken-Töchtern nicht gewinnen, werden wir einen schweren Stand haben."

In Wolfsburg blicken viele Mitarbeiter derzeit sorgenvoll Richtung Stuttgart. Nicht wenige rechnen damit, dass Porsche nach der Landtagswahl in Niedersachsen am kommenden Sonntag mit harter Hand in den Volkswagenkonzern hineinregieren könnte.

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