
Wer Wendelin Wiedeking am Mittwochmorgen schon vor der Porsche-Bilanzpressekonferenz treffen wollte, der brauchte gegen halb zehn Uhr nur einen kurzen Blick auf den Parkstreifen gegenüber dem Stuttgarter Hauptbahnhof werfen. Dort stand ein frisch poliertes Porsche-Turbo-Cabriolet, schwarz mit beigem Leder. Am Steuer saß der Porsche-Chef und wartete auf seinen Auftritt. Wenige Minuten später setzte er sich in Bewegung, um vor dem Hotel Meridien vorzufahren und direkt vor die Kameras der Fernsehjournalisten. Eine gewohnt souveräne Inszenierung à la Wiedeking. Wiedeking streicht 2007 über 50 Millionen Euro ein Auf der Bilanzpressekonferenz gab es erwartungsgemäß nur wenige Überraschungen. Die größte dürfte noch das Gehalt des Porsche-Vorstands im abgelaufenen Geschäftsjahr gewesen sein. Satte 112,7 Millionen Euro kassierten die sieben Vorstandsmitglieder. Im Vorjahr waren es noch 45,2 Millionen. Für Wiedeking, der bereits im Vorjahr geschätzte 20 Millionen erhalten haben soll, war es also zweifellos ein gutes Jahr. Sein Salär dürfte sich, so darf man wohl spekulieren, in diesem Jahr in der Region um 50 Millionen Euro bewegen. Wiedeking verwies im Zusammenhang mit den exorbitanten Vorstandsbezügen auf das geringe Fixum des Porsche-Vorstandes und den hohen variablen Anteil, der in diesem Jahr vor allem wegen der erfolgreichen Finanztransakationen von Finanzvorstand Holger Härter und den daraus erlösten Gewinnen in diesem Jahr sprunghaft gestiegen war. "Wir lassen uns lieber nach Leistung bezahlen". Porsches Pläne für VW bleiben weiterhin unklar In Bezug auf den VW-Konzern ließ sich der Porsche-Chef dagegen wenig Erhellendes entlocken. "VW hat einen eigene Kultur und Porsche auch - die werden wir auch nicht vermixen", versuchte Wiedking erneut, die Bedenken der Wolfsburger Belegschaft zu zerstreuen. Wiedeking zog in seiner Rede Vergleiche zu einem Schachspiel und betonte, dass es zum Grundprinzip dieses Spiels gehöre, dass die gegnerischen Mitspieler und ihre Einflüsterer nicht wüssten, welche Züge man im Kopf habe. Dabei sah er offenbar generös darüber hinweg, dass für gewöhnlich nur zwei Spieler zum Schach gehören. Wann Porsche seinen Anteil von derzeit 30,9 Prozent weiter erhöhen will, wollte der Porsche-Chef jedenfalls nicht verraten. Finanzvorstand gibt wenig zu operativem Gewinn preis Ein wenig nebulös blieb auch Antwort von Finanzvorstand Holger Härter auf die Frage,wieviel Geld Porsche im abgelaufenen Geschäftsjahr denn operativ verdient hat. Analysten waren zu dem Schluss gekommen, dass Porsches operativer Gewinn im Autogeschäft deutlich unter dem Vorjahr gelegen hatte. Härter wies das zurück, ohne jedoch Zahlen zu nennen. Wenn man Sonderbelastungen wie Beispielsweise die Entwicklungskosten für den viertürigen Sportwagens Panamera oder den Hybridantrieb herausrechne, habe das operative Ergebnis sogar leicht über dem Vorjahr gelegen, sagte Härter. Zudem habe man sehr konservativ bilanziert. "Wir haben bei der Erstellung des Jahresabschlusses ausgeschöpft, was rechtlich möglich ist und uns nicht nur risikoorientiert, sondern sehr, sehr risikoorientiert positioniert." Verhaltener Optimismus für kommendes Jahr Mit verhaltenem Optimismus blickt der Porsche-Vorstand für das kommende Jahr auf den für Porsche besonders wichtigen US-Markt. Wiedeking erklärte, man habe trotz derzeit guter Absatzentwicklung die Lagerbestände in den USA deutlich reduziert. Eine Wirtschaftskrise sei angesichts der Situation auf dem Hypothekenmarkt weiterhin nicht auszuschließen. Auch Finanzvorstand Härter verwies auf Risiken in den USA. Eine Reihe von Rahmendaten und auch eigene Analysen legten nahe, dass die US-Währung gegenüber dem Euro weiter an Boden verlieren und durchaus bis auf 1,50 oder 1,60 Dollar je Euro "wenn nicht sogar darüber hinaus" fallen könne. Als der Vorstand in der anschließenden Fragerunde darauf angesprochen wurde, wie man die erfolgreichen Optionsgeschäfte mit der VW-Akie eingefädelt habe, verwies der gut gelaunte Porsche-Boss mit einem breiten Grinsen und einem Achselzucken auf seinen Wingman Härter. Der allerdings erklärte nur, man habe Kauf(Call)- und Verkaufsoptionen (Put) gekauft und damit die VW-Aktien frühzeitig praktisch schon virtuell erworben. Zur eigenen Depotoptimierung dürften solche Tipps wohl kaum reichen. Die Magie von Härter bleibt. Mehr dazu auf wiwo.de: Details zur Bilanz: Porsche steigert Gewinn und Vorstandsbezüge gewaltig













