Porsche: Wende á la Wiedeking

KommentarPorsche: Wende á la Wiedeking

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Es kommentiert WirtschaftsWoche-Redakteur Thomas Katzensteiner

Absatzkrise auch für Porsche – das verwundert nicht. Doch der Nobelautobauer muss aufpassen, dass er es sich rund um die VW-Aktiengeschäfte nicht mit den Banken verscherzt, kommentiert WirtschaftsWoche-Redakteur Thomas Katzensteiner.

Jetzt trifft die Absatzkrise in der Autoindustrie auch Porsche, wen wundert’s? Verwunderlicher ist da schon die Tatsache, dass plötzlich auch die VW-Aktie zu teuer sein soll, um den  Porsche-Anteil an dem Autobauer noch in diesem Jahr auf über 50 Prozent aufzustocken. Schließlich ist Porsche selbst nicht unschuldig an der abenteuerlichen Rallye des Papiers und hat prächtig daran verdient.

Spätestens seit diesem Jahr ist Wendelin Wiedeking der Held der Aktionäre – und der Feind vieler Banken und Hedgefonds. Von dem märchenhaften Vorsteuergewinn von rund 8,6 Milliarden Euro entfielen satte 6,8 Milliarden auf Aktienoptionsgeschäfte, die Porsche zur Absicherung der VW-Übernahme getätigt hat. Noch in diesem Jahr hätte die Porsche-Beteiligung an VW auf über 50 Prozent steigen sollen.

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Doch plötzlich wackelt der Termin und Porsche-Finanzvorstand Holger Härter weigert sich, zu „wirtschaftlich unsinnigen Kursen“ weitere VW-Stammaktien zu erwerben. Doch hatte nicht Porsche selbst maßgeblich dazu beigetragen, dass die VW-Aktie in den vergangenen Monaten in so unglaubliche Höhen katapultiert wurde und zweitweise über 1000 Euro notierte?

Porsche ließ sich fürstlich entlohnen

Waren es nicht die Stuttgarter, die mit ihren vollmundigen Ankündigungen, bis wann sie welchen Anteil halten wollten, die Spekulanten in die Aktie getrieben haben und gleichzeitig Milliarden daran verdient haben, dass es nur wenige verfügbare Stücke gab und sich Porsche für die, die man selbst in den Markt gegeben hat, fürstlich entlohnen ließ?

Wendelin Wiedeking, Quelle: AP

Wendelin Wiedeking, Vorstandsvorsitzender des Sportwagenbauers Porsche, gestikuliert heute auf der Bilanz-Pressekonferenz des Unternehmens

Bild: AP

Es sollte deshalb auch niemanden wundern, wenn Wiedeking im kommenden Jahr ein weiteres Ziel vorübergehend kassiert. Nämlich das, den VW-Anteil 2009 auf 75 Prozent aufzustocken. Der Porsche-Chef hat keine Eile, denn um bei VW ungestört regieren zu können, muss erst einmal das VW-Gesetz, das dem Land Niedersachsen eine Sperrminorität zusichert, endgültig gekippt und die Volkswagen-Satzung geändert werden.

Das kann locker noch einmal ein Jahr dauern. So lange hat Wiedeking die Möglichkeit, mit seinen Optionsgeschäften weitere Milliarden zu verdienen. Denn dass Porsche seine Optionen zu einem Kurs erworben hat, der signifikant unter dem aktuellen VW-Kurs liegt, darf man wohl annehmen.

Doch allmählich scheint Vorsicht angebracht: Man muss kein Mitleid haben mit den vielen Hedgefonds, die auf einen fallenden Kurs der VW-Aktie gewettet und verloren haben. Doch Porsche muss auch aufpassen, dass man es sich nicht mit den Banken verscherzt, auf die man früher oder später wieder angewiesen sein wird und die im Rahmen der Porsche-Optionsgeschäfte ebenfalls kräftig in die Konzernkasse der Zuffenhausener eingezahlt haben. Sonst könnten am Ende des genialen Coups einige unheilbar geschädigte Geschäftsbeziehungen stehen, die Porsche, falls man gemeinsam mit VW doch wieder einmal in eine Krise steuert, zum Nachteil gereichen könnten.

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