
Die Schwierigkeiten der Mittelstandsbank IKB waren für Josef Ackermann schon fast ein Glücksfall. Zumindest haben sie das Ansehen des Bankers gesteigert. Als die IKB im Sommer 2007 an die Tür der Deutschen Bank klopfte und um einen Kredit bat, lehnte Ackermanns Haus ab. Seine Leute hatten da schon festgestellt, dass der Bank aus Düsseldorf ihre Spekulationen auf dem US-Hypothekenmarkt bald um die Ohren fliegen würden. Ein milliardenschweres Rettungspaket bewahrte die IKB letztendlich vor der Peite.
Ackermann bleibt gelassen. Die Deutsche Bank scheint die Finanzkrise bisher deutlich besser weggesteckt zu haben als andere Großbanken wie die amerikanische Citigroup oder die schweizer UBS. Die Abschreibungen im dritten Quartal 2007 fielen mit 2,2 Milliarden Euro relativ gering aus. Ackermann versicherte, in seinem Haus habe man reinen Tisch gemacht.
Dabei hat der Banker aus der Schweiz die letzten Jahre eher mit negativen Schlagzeilen auf sich aufmerksam gemacht. 2004 war Ackermann in den ersten Fettnapf getreten, als er vor Beginn des Mannesmann-Prozesses in Düsseldorf siegessicher die Hand in die Höhe streckte und das Victory-Zeichen machte. Er stand vor Gericht, weil er als Aufsichtsrat von Mannesmann unberechtigt Millionenprämien an Manager gezahlt haben soll. Zwei Jahre später stellte das Landgericht Düsseldorf das Verfahren gegen Ackermann ein. Trotzdem musste er mehr als drei Millionen Euro spenden. 2005 folgte der nächste Fehltritt in Sachen Image: Die Deutsche Bank kündigte an, Stellen abzubauen, obwohl sie gleichzeitig einen Rekordgewinn verbuchen konnte. Hinzu kamen die alljährlichen Debatten um die Gehälter von Top-Managern, in denen Ackermann mit seinen geschätzten 15 bis 20 Millionen Euro brutto immer besonders schlecht wegkam.
Beruflich gesehen ging es im Leben des Bankenchefs stetig bergauf. Geboren wurde Ackermann am 7. Feburar 1948 in Mels im schweizerischen Kanton St. Gallen. Er studierte Wirtschaftswissenschaften. 1977 trat er seine ersten Führungspositionen bei der Schweizer Kreditanstalt an. 1996 kam er zur Deutschen Bank, wo er sich schnell zum obersten Investmentbanker hocharbeitete. 2002 wird er als erster Ausländer Chef des Kreditinstituts.













