Porträt: Evonik: Der Mann für den Börsengang

Porträt: Evonik: Der Mann für den Börsengang

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Evonik: Werner Müller (l.) tritt als Chef ab. Klaus Engel übernimmt

Der neue Evonik-Chef Klaus Engel soll Konzern für den Kapitalmarkt fit machen. Zumindest bringt er dafür gute Voraussetzungen mit.

Der erste Eindruck vom künftigen Evonik-Chef Engel: ein bulliger Typ. Die Haare kurzgeschoren, der Händedruck kräftig. Ein bodenständiger Ruhrpott-Typ. Klar, Engel ist in Duisburg geboren, hat in Bochum studiert und nahezu sein gesamtes Berufsleben im Pott verbracht.

Engel wirkt ganz anders als sein feingeistiger Vorgänger Werner Müller. Und während Müller vor allem als politischer Netzwerker gilt, ist Engel mehr der unternehmerische Typ, durchsetzungsstark und pragmatisch.

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Das passt. Denn schließlich ist es Engels Hauptaufgabe, den Chemie-, Energie- und Immobilienkonzern Evonik in den nächsten zwei bis drei Jahren auf den Börsengang vorzubereiten. Engels direkte Art dürfte bei den Analysten gut ankommen. Müller hingegen hat, so wird kolportiert, im kleinen Kreis immer mal wieder über junge, nassforsche Analysten geklagt, die ihn mit Renditeforderungen konfrontieren.

Bei seinem früheren Arbeitgeber, dem Chemikalientransporteur Brenntag, hat Engel bereits gelernt, mit Finanzinvestoren umzugehen - Brenntag gehörte der Private-Equity-Gesellschaft Bain. Eine wichtige Erfahrung für Evonik: Der Finanzinvestor CVC hat dort 25,1 Prozent erworben, treibt den Börsengang voran und drängt darauf, den Unternehmenswert bis zum Jahr 2013 zu verdoppeln.

Duisburg statt Dortmund

Als Chef der Chemiesparte, die über zwei Drittel zum Evonik-Gesamtumsatz (14,8 Milliarden Euro) beiträgt, konnte Engel vor wenigen Tagen gute Halbjahreszahlen vorlegen: Umsatz und Gewinn stiegen. Die höheren Kosten für Rohstoffe konnten - zumindest teilweise - über Preiserhöhungen an die Kunden weitergereicht werden.

Engel hatte in der Chemie, die vorwiegend aus der früheren Degussa besteht, den Vertrieb auf Vordermann gebracht und die Zahl der Geschäftsbereiche reduziert. Vielleicht wagt Engel ja auch noch Zukäufe in der Chemie. Die Zeiten sind gerade günstig - und viele Unternehmen preiswert zu haben. Nur die Finanzierung wird schwieriger - und Evonik drücken noch Milliarden-Verbindlichkeiten.

Bei allen Unterschieden zu Müller: Es gibt natürlich auch Gemeinsamkeiten. Beide kennen sich schon seit langem aus früheren Veba-Zeiten. Engel gilt als enger Weggefährte von Müller. Da allerdings hört es dann schon wieder auf mit den Gemeinsamkeiten. Engel ist Fan des MSV Duisburg, Müller neigt Borussia Dortmund zu.

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