Porträt Jerry Yang: Yahoos Symbolfigur

Porträt Jerry Yang: Yahoos Symbolfigur

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Yahoo-Gründer und Jerry Yang.

Yahoo-Gründer Jerry Yang kam wohl zu spät, um sein Unternehmen wieder flottzumachen.

Als Yang am 18. Juni des vergangenen Jahres den Chefposten von Terry Semel übernahm, hatte der damals 38-Jährige vor allem die Aufgabe, Yahoo wieder ein Gesicht zu geben. Eigentlich war die langjährige Finanzchefin Sue Decker für den Posten aufgebaut worden. Doch dann wurde Decker der legendäre Yahoo-Gründer Yang zur Seite gestellt.

Zu viele Talente hatten das Unternehmen aus Enttäuschung über zu viel Bürokratie und langwierige Debatten in den vergangenen Jahren verlassen. Meist tauchten die Frustrierten bei Google oder Microsoft wieder auf. Reihenweise hatte Yahoo Unternehmen aufgekauft, für die es vergleichbare, aber stiefmütterlich behandelte Produkte innerhalb des Konzerns gab. Gern hätte Yahoo schließlich Youtube gekauft, doch für deren Gründer war Google interessanter. Ende der Neunzigerjahre hatten die gleichen Internet-Unternehmer, die jetzt vorrangig Google belagern, noch förmlich darum gebettelt, von Yahoo übernommen zu werden. Selbst Technik-Chef Farzad Nazeem, ein Idol unter den Yahoo-Entwicklern und elf Jahre im Dienst der Firma, hatte sich zehn Tage vor Yangs Amtsantritt für den Ruhestand entschieden. Yang folgte der Tradition von Apple-Gründer Steve Jobs und Michael Dell, die beide wieder als Retter zu ihren Unternehmen zurückgekehrt waren.

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„Als Jerry die CEO-Rolle übernahm, gab es einen richtigen Ruck“, sagt Marco Boerries, verantwortlich für Yahoo mobil. Yang hatte gleich zu Anfang an seine Führungskräfte appelliert: „Wir können die Nummer eins bei der Suche sein. Ich lege Wert darauf, das öffentlich festzustellen.“ Nach zwölf Jahren wieder in der Rolle als Yahoo-Chef – seine Yahoos, wie sich die Mitarbeiter nennen, rechneten Yang das hoch an. „Jerry konnte eigentlich nur verlieren“, sagt ein Manager. Es war klar, dass äußerst unpopuläre Entscheidungen bevorstanden – Entlassungen inklusive. Es wäre einfach für Yang gewesen, seine Rolle als einer der Chefdenker im Hintergrund beizubehalten und Ratschläge zu erteilen, ohne sich selber die Finger zu verbrennen. Aber so tickt „Chief Yahoo“, wie er liebevoll genannt wird, nicht.

Yang siedelte im Alter von zehn Jahren mit seiner Mutter von Taiwan ins Silicon Valley über. Seinen Vater hatte er im Alter von zwei Jahren verloren. Wichtigste Bezugsperson für Familienmensch Yang sind noch heute seine Mutter und seine Frau Akiko, die er beim Studium in Stanford kennenlernte, noch bevor er mit Yahoo zu einem der jüngsten Milliardäre aufstieg. Yang sieht sich als asiatischstämmigen Amerikaner, und in der Kultur dieser Einwanderer sind Verantwortungsbewusstsein, Fleiß und Disziplin fest verankert. Vor allem weil er ungeduldig ist, hat der Gründer die Stafette wieder aufgenommen. Er sieht ein neues Yahoo, das nicht mehr so verspielt ist wie früher und sich auf drei Felder konzentriert: Startseite für die Millionen von Internet-Nutzern ins World Wide Web, die Nummer eins im Bereich Online-Werbung und schließlich die bevorzugte Plattform für Internet-Entwickler. Kann Yang Yahoo wieder auf Kurs bringen? Er wird es wohl nicht mehr beweisen können. „Ich halte es für sicher, dass Microsoft Yahoo kaufen wird“, sagt Mark Anderson, Chef des einflussreichen Newsletters Strategic News Service, „die US-Wettbewerbsbehörde wird die Übernahme genehmigen.“

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