Postbank-Übernahme: Deutsche Bank sucht Investmentbank für Kapitalerhöhung

Postbank-Übernahme: Deutsche Bank sucht Investmentbank für Kapitalerhöhung

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Die Deutsche Bank prüft Kreisen zufolge eine Kapitalerhöhung im Volumen von rund neun Milliarden Euro. Der Aktienkurs der Bank reagierte auf die Nachricht mit einem deutlichen Minus

Die Deutsche Bank bereitet die größte Kapitalerhöhung ihrer jüngeren Geschichte vor: Die bis zu neun Milliarden Euro dürften zur kompletten Übernahme der Postbank dienen. Nach Handelsblatt-Informationen könnte sich schon heute entscheiden, unter Führung welcher Investmentbank die Aktion über die Bühne geht.

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und sein Finanzvorstand Stefan Krause verhandeln nach Handelsblatt-Informationen aus Finanzkreisen derzeit mit Investmentbanken. Schon am heute oder am Montag soll sich entscheiden, unter Führung welcher Investmentbank die Kapitalerhöhung in den nächsten Wochen über die Bühne geht.

Mit der Ausgabe neuer Aktien für den Kauf der Postbank käme die Deutsche Bank dem Ziel näher, ihre Abhängigkeit vom volatilen Investment-Banking zu verringern. Wenn Ackermann die Führung der Bank 2013 oder früher an einen Nachfolger übergibt, soll dieser eine stabile Struktur vorfinden, die auf zwei Säulen ruht: dem Investment-Banking und dem Privatkundengeschäft.

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Expansionsschritte auf dem heimischen Markt hat die Deutsche Bank mit der Übernahme der Berliner Bank, der Norisbank und Sal. Oppenheim und eben dem Einstieg bei der Postbank bereits unternommen. Mit der Übernahme der gesamten Postbank würde die Deutsche Bank die Zahl ihrer 14 Millionen Privatkunden glatt verdoppeln.

Schwach kapitalisiert

Der Postbank-Deal "ist allerdings nicht trivial", stellte Finanzchef Krause jüngst im kleinen Kreis fest. Die Bank, an der Ackermann im September 2008 knapp ein Drittel der Anteile von ihrem vorherigen Alleinbesitzer, der Deutschen Post, übernahm, ist mit einer Kernkapitalquote von 7,3 Prozent schwach kapitalisiert. Im Stresstest der europäischen Aufseher schnitt sie so schlecht ab wie kaum ein anderes deutsches Haus.

Wenn die Deutsche Bank eine komplette Übernahme plant, muss sie zu den Kosten von rund drei Milliarden Euro dafür noch eine Summe von mindestens fünf Milliarden Euro aufbringen, um die Standards der Deutschen Bank bei der Kernkapitalquote, die bei zehn Prozent und mehr liegen, halten zu können. Hinzu kommt, dass immer noch knapp sechs Milliarden Euro an illiquiden Vermögenswerten in der Bilanz der Postbank schlummern.

Zu den Vereinbarungen aus dem Jahr 2008 gehört, dass die Deutsche Bank eine Pflichtwandelanleihe der Deutschen Post in Höhe von 2,7 Milliarden Euro gezeichnet hat, die am Laufzeitende im Februar 2012 in 60 Millionen Postbank-Aktien getauscht werden könnte, was einem Anteil von 27,4 Prozent entspricht. Der Wandelkurs ist bei 45 Euro festgesetzt. Aktuell notiert die Postbank-Aktie aber nur bei knapp 26 Euro. Deshalb wäre es günstiger, jetzt freiwillig den Postbank-Aktionären ein Angebot zu unterbreiten. Sie würden sich voraussichtlich mit einem Kurs deutlich unterhalb von 45 Euro zufriedengeben.

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