
DÜSSELDORF. Eine Gewinnwarnung des chinesischen Solarkonzerns LDK Solar hat gestern die Aktienkurse der Solartitel weltweit unter Druck gesetzt. Während die Werte des Dax 30 überwiegend Kursgewinne verbuchten, notierten die Solarwerte mit Kursverlusten zwischen vier und fünf Prozent. Analysten rechnen mit weiteren schlechten Nachrichten aus der bis vor kurzem noch boomenden Branche.
LDK Solar hatte am späten Montagabend seine Prognosen für das vierte Quartal 2008 und auch für 2009 gesenkt. Das Unternehmen erwartet jetzt für das vierte Quartal nur noch einen Umsatz zwischen 425 und 435 Mio. Dollar statt früher erwarteter 555 bis 565 Mio. Dollar. Die Umsatzrendite werde nur noch zehn bis 13 Prozent betragen statt 18 bis 21 Prozent. LDK fertigt Solarwafer, aus denen Solarzellen und fertige Solarmodule hergestellt werden.
Für das Jahr 2009 erwartet LDK niedrigere Preise für die Wafer und auch geringere Absatzmengen als in der früheren Prognose. Das Unternehmen rechnet jetzt mit einem Umsatz von 2,3 bis 2,5 Mrd. Dollar und einer Umsatzrendite von 22 bis 27 Prozent statt früher erwarteter 26 bis 31 Prozent.
LDK, einer der größten Hersteller von Solarwafern weltweit, begründet die Gewinnwarnung in einer Mitteilung damit, dass Kunden die Auslieferung von Wafern angesichts der Wirtschaftskrise und der angespannten Kreditmärkte bis ins Jahr 2009 verschieben wollten. Außerdem kündigte LDK an, dass sich die Fertigstellung der Fabrik für Silizium verschieben und sie ihre volle Kapazität erst Mitte 2009 erreichen werde.
Die nach Börsenschluss in New York veröffentlichte Mitteilung ließ den Kurs von LDK nachbörslich um rund zehn Prozent fallen. An den deutschen Börsen notierte die LDK-Aktie gestern um acht bis zwölf Prozent niedriger. In New York hatte die Aktie dagegen am Tag vor der Bekanntgabe der Gewinnwarnung noch mit einem Plus von 6,2 Prozent zu einem Kurs von 14,84 Dollar notiert.
Als Folge der schlechten Nachrichten von LDK notierten fast alle Solarwerte deutlich niedriger. "Die Gewinnwarnung unterstreicht, dass die Finanzkrise nicht vor dem Solarsektor halt macht und die Endkunden über Finanzierungsprobleme klagen", sagte ein Händler. Es gab auch Gewinnmitnahmen, da die Kurse der Solarwerte in den vergangenen Wochen einige Verluste aus den letzten Monaten wieder aufgeholt hatten.
LDK ist nicht der erste Solarkonzern, der seine Prognosen senken muss. Vor allem der deutsche Weltmarktführer bei Solarzellen, Q-Cells, hatte mit seiner Gewinnwarnung von Anfang Dezember die Märkte geschockt. Das Unternehmen hatte ebenfalls berichtet, dass Kunden die Abnahme bereits vertraglich vereinbarter Mengen in das nächste Jahr verschoben hätten. Trotz langfristiger Verträge konnten die Abnehmer die Verschiebung durchsetzen. Q-Cells ist einer der großen Kunden von LDK und ließ wegen der Absatzschwierigkeiten die Produktion über Weihnachten zwei Wochen lang ruhen. Auch der große chinesische Hersteller von Solarmodulen, Suntech, hatte vor kurzem seine Prognose nach unten geschraubt.
Die WestLB erwartet in einer neuen Studie zu den erneuerbaren Energien, dass die Karten im Solarsektor 2009 neu gemischt werden. "Wir erwarten bereits für Anfang 2009 eine Reihe von Vertragsnachverhandlungen durch die gesamte Wertschöpfungskette", heißt es in der Studie. Niedrigere Preise, geringere Mengen und dadurch geringere Auslastungen drückten die Margen der Hersteller. Auch würden die hochgefahrenen Produktionskapazitäten die Nachfrage deutlich übersteigen und die Margen sinken lassen. Langfristig ausgehandelte Verträge geben keine Sicherheit mehr, selbst der Marktführer Q-Cells ist laut WestLB inzwischen freiwillig bereit, zusätzliche Abschläge auf die bisher ausgehandelten Preise zu gewähren.









