Die Adresse ist standesgemäß: Medienallee. Von hier aus leitet Börnicke den Bezahlsender Premiere. Die schwarze Sitzgruppe in dem 30 Quadratmeter großen Arbeitszimmer ist ein No-Name-Produkt, ebenso der runde Konferenztisch mit der stets gefüllten Obstschale und der obligatorischen Kaffeekanne sowie der hufeisenförmige Schreibtisch aus hellem Birkenholz . „Nicht die Einrichtung ist bei uns der Star, sondern das Fernsehen“, sagt Börnicke. Drei große Flachbildschirme sind in seinem Büro installiert. Auf ihnen kann er zeitgleich das Sportportal, den HDTV-Kanal und den Disney-Channel sowie viele andere Programme von Premiere verfolgen. Seit Januar 1998 arbeitet der studierte Betriebswirt für den Abo-Sender. Ein halbes Jahr zuvor, im Juli 1997, half er noch, den TV-Konzern ProSieben Media an die Börse zu bringen. Im Mai 2005 verantwortete er als Finanzvorstand den Börsengang von Premiere. Im September 2007 übernahm er von Georg Kofler den Vorstandsvorsitz. Mit Kofler hatte Börnicke bereits bei ProSieben Media zusammengearbeitet. Premiere beschäftigt heute rund 1100 Mitarbeiter und erwartet für dieses Jahr – wie im Vorjahr – einen Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro. Börnickes Schreibtisch ist immer akribisch aufgeräumt – auch nach einem Zwölf-Stunden-Tag. Dafür stapeln sich in einem schlichten Regal Fachliteratur und DIN-A4-Ordner mit Aufzeichnungen von Aufsichtsratssitzungen. In dieser nüchternen Arbeitswelt ist seine achtjährige Tochter immer präsent. Ein Foto von ihr hängt an einer Pinnwand mit der Widmung: „Du bist der liebste Papa der Welt."
Premiere-Chef Börnicke: Drei Flachbildschirme für TV-Entscheidungen
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