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Presseschau: Steve Jobs oder die Kunst des Loslassens

von Daniel Lenz Quelle: Handelsblatt Online

Keiner kannte die Bedürfnisse seiner Kunden besser als Apple-Gründer Steve Jobs. Sein Erfolgsrezept: Nicht mit der Vergangenheit romantisieren. Weltweit verbeugen sich die Medien kollektiv vor dem verstorbenen Visionär.

epa02952368 The words 'Thank Quelle: dpa
epa02952368 The words 'Thank You Steve' are written on the Apple Store front window on the 3rd Street Promenade in Santa Monica, California, USA, as people pay tribute to Apple co-founder and former CEO Steve Jobs who died, on 05 October 2011. Jobs, a technology and computer innovator who brought popular and sophisticated electronic devices to the consumer and who had been suffering from pancreatic cancer died at the age of 56. EPA/MIKE NELSON (c) dpa - Bildfunk Quelle: dpa

Der Tod von Steve Jobs sei zwar erwartet worden, komme aber wie ein Schock, kommentiert die britische Financial Times. Jobs sei einer der großen Unternehmensführer gewesen, wenn nicht der größte in der Nachkriegszeit. Er habe in den vergangenen 30 Jahren nicht nur die Welle des technologischen Wandels angeführt, die im Silicon Valley gestartet sei – PC, Internet, Tablet –, sondern die Welt mit seiner Ästhetik geprägt. „Es macht mehr Spaß, ein Pirat zu sein, als zur Navy zu gehen“, zitiert das Blatt Jobs. Zuletzt habe Jobs selbst die Navy angeführt – nachdem er seine alten Rivalen mit seiner singulären Vision und der brillianten Ausführung bei Apple aus dem Weg geräumt hatte.

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Nerd-Wissenschaft und Gewinn-Motiv

Jobs sei ein Original gewesen, schreibt die Businessweek: Ihm sei es gelungen, den Bildersturm, Rock-and-Roll und schickes Industriedesign mit der Nerd-Wissenschaft sowie dem Gewinn-Motiv des Unternehmens zu vereinen. Ohne Jobs werde Apple zwangsläufig leiden, da der frühere Firmenchef eine schlichte Pressekonferenz zur Vorstellung eines neuen Produkts in etwas habe verwandeln können, das ähnlich heiß erwartet worden sei wie der Super Bowl.

Kurze Liste an geeigneten Nachfolgern

Die Präsentation des neuen iPhone 4S habe gezeigt, dass dem neuen Unternehmenslenker Tim Cook diese Fähigkeit fehle. Die Liste der Nachfolgekandidaten von Jobs sei kurz und voller Fragezeichen: Jeff Bezos von Amazon habe zwar Jobs' Wettbewerbs-Radikalität und Geschäftseinblick, aber nicht das Gespür für neue Produkte. Jobs bester Freund Larry Ellison von Oracle habe zwar die Welt der Business-Rechner verändert, nicht aber die der Privatnutzer. Und Bill Gates habe sich von der Technologie in die Philanthropie verabschiedet.

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