
Die Frankfurter Rundschau. "Profit durch höhere Preise", laute die Zauberformel, von der u.a. der Maschinenbau profitiere. Nicht nur fielen die höheren Energiekosten aufgrund der Umsatzzuwächse nicht allzu stark ins Gewicht. Je höher der Ölpreis, desto besser sei auch das Geschäft, meint ein Unternehmen gegenüber der Zeitung: Der Ölpreis mache zuvor unwirtschaftliche Verfahren erst rentabel und steigere den exportabhängigen Erlös.
Der amerikanische Finanz-Newsletter Rightsideadvisors.com verurteilt die Jagd, die derzeit auf Ölspekulanten gemacht wird. "Immer wieder wird dabei das Argument bemüht, dass sich die Kosten für die Produktion von einem Barrel Öl auf 75 US-Dollar belaufen, der Marktpreis aber doppelt so hoch sei. Zu erklären sei dies nur durch das exzessive Treiben der Spekulanten. Würde man ihnen Einhalt gebieten, würde auch der Ölpreis wieder sinken." Doch die Termingeschäfte mit Öl funktionierten viel subtiler. Das beständige Reinvestieren der Profite aus alten in neue Verträge würde dazu beigetragen, dass Ölvorräte angelegt werden: Würden am Ende nur geringe Preise winken, wären die Ölvorräte schnell aufgebraucht, was wiederum das Öl verteuere. Fazit: Der Kreuzzug Washingtons gegen Ölspekulanten könnte die USA sogar noch abhängiger machen von den großen Ölproduzenten.
Auch Economist aus Großbritannien als Teil seines Umstrukturierungsplans für Siemens. "Als Löscher den Vorstandsvorsitz übernahm, wurde er mit zwei Aufgaben konfrontiert: dem Umbau des Technikgiganten und der Verarbeitung des größten Skandals in der Unternehmensgeschichte. Dazu muss er Siemens auf den Kopf stellen." Der Arbeitsplatzabbau betreffe vornehmlich die Verwaltung, Ziel sei es, die Kosten bis 2010 um 1,2 Milliarden Euro zu reduzieren: "Das ist genau der Betrag, den der Konzern an Bestechungsgeldern weltweit gezahlt haben soll." Das zeige, das Löscher das Kapitel Bestechung so schnell wie möglich abschließen wolle. "Er will den Konzern auf einen wirtschaftlichen Abschwung vorbereiten und gleichzeitig wettbewerbsfähig machen. Dazu verändert er die Unternehmenskultur, sie soll weniger deutsch werden." Löschers Chancen würden nicht schlecht stehen: "Siemens kann vom demografischen Wandel profitieren, weil die alternde Gesellschaft mehr Ausstattung im Gesundheitswesen und Asien mehr Kraft-, Wasser- und Transportunternehmen benötigt."
Die EU sollte dem Beispiel der SEC folgen
Die Pläne der EU-Finanzminister, Ratingagenturen stärker zu regulieren, zielen nach Auffassung der Financial Times in die falsche Richtung. "Wenn die neuen Verhaltensregeln mehr sein sollen als ein zahnloses Wunder, müssen sie zwei Elemente beinhalten: den Wegfall von Vorschriften, die auf Ratings basieren, und den Willen, sich auf die Märkte zu verlassen. Doch beides wurde von den EU-Verantwortlichen bislang nicht erwähnt." Stattdessen wolle die EU Ratingagenturen zur regelmäßigen Registrierung und Implementierung von Berichten und Inspektionen verpflichten. "Doch das Kernproblem sind nicht Interessenskonflikte oder Gier auf Seiten der Agenturen, sondern Inkompetenz", meint das Blatt. Das Problem seien die auf Ratings asierenden Vorschriften: Das Geschäft habe sich von reiner Informationsbeschaffung zum Lizenzverkauf gewandelt. Diese Vorschriften hätten die Kreditkrise befeuert, weil sie den Beteiligten die Möglichkeit gaben, neue Finanzprodukte zu entwickeln, die höhere Bewertungen erhielten als verdient. "Doch die EU sieht hier nicht das Problem. Nun hat die amerikanische Securities and Exchange Commission (SEC) beschlossen, viele dieser auf Ratings basierenden Vorschriften abzuschaffen. Die EU sollte dem Beispiel der SEC folgen."
Abschied von einer französischen Institution
"Die 35-Stunden-Woche war einmal. Begraben, oder fast begraben, von der Nationalversammlung", kommentiert der Nouvel Observateur die historische Zäsur im französischen Arbeitsrecht. 35 Stunden seien nach dem neuen Gesetz legale Arbeitszeit, darüber hinaus könnten Unternehmen die Arbeitszeit mit ihren Arbeitnehmern aushandeln - in Form von Überstunden. Abgesehen von der Tatsache, dass viele Unternehmen die neue Möglichkeit nicht in Anspruch nehmen werden - Verhandlungen mit jedem Mitarbeiter seien zu aufwändig - und auch viele Franzosen in wiederholten Umfragen bestätigt hätten, dass sie die Ausbezahlung von Überstunden gar nicht wünschten, sei an dem Beschluss selbst nichts auszusetzen: "Schließlich wurde Nicolas Sarkozy dafür gewählt." Kritisiert werden müsse jedoch die Vorgehensweise des Präsidenten und seiner Regierung: Die beiden großen Gewerkschaften CGT und CFDT hätten sich bereit erklärt, Überstunden auf Unternehmerebene zu erleichtern. Was aber nun herausgekommen sei - maximal 220 Überstunden pro Monat - sei ein Freibrief für Arbeitgeber. "Die Gewerkschaften wurden gedemütigt."
Telefónica nimmt sich Apple zum Vorbild
Telefónica hat in der Gran Via 28 in Madrid seinen ersten Erlebnisladen eröffnet. Für die Wirtschaftszeitung Cinco Días handelt es sich dabei um weit mehr als um einen weiteren Verkaufsladen, so groß dieser auch sei. Erfahrungswerten und dem Stil von Apple oder Nike in New York folgend, beabsichtige Telefónica, sowohl das größte dem Publikum geöffnete Technologiezentrum Europas zu präsentieren als auch Konsumenten die neuesten Produkte und Entwicklungen im Bereich Kommunikation näher zu bringen. "Die Tatsache, dass das neue Erlebnis-Center 12 Stunden täglich und an 365 Tagen im Jahr geöffnet sein wird, zeigt den hohen Einsatz des Unternehmens und kommt einem großen Modernitätssprung gleich", freut sich Cinco Días. Doch damit nicht genug: Durch das ehrgeizige Projekt schaffe es Telefónica, Tradition und neue Technologien zu verbinden.
Kolumbiens Ölriese geht an die Börse
Die Aktie des größten Ölunternehmens Kolumbiens Ecopetrol - zugleich das größte Unternehmen des Landes - hat allein in diesem Jahr um 40 Prozent zugelegt. Und sie werde weiter steigen, prognostiziert die kolumbianische Zeitung





















