Privatbank: Warum es bei Sal. Oppenheim weiterhin gärt

Privatbank: Warum es bei Sal. Oppenheim weiterhin gärt

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Ein Mann betritt die Privatbank Sal. Oppenheim in Köln

von Cornelius Welp

Nach der Übernahme der Privatbank Sal. Oppenheim durch die Deutsche Bank herrscht Unruhe bei Kunden und Beratern.

Von ihren Ölporträts blicken die Ahnherren der Privatbank Sal. Oppenheim streng in den großen Konferenzsaal in der Kölner Zentrale. Den Tisch zieren feine Porzellantässchen mit dem Emblem der Bank. Alles scheint wie früher. Dass auf den Visitenkarten der Oppenheim-Banker nach der Übernahme durch die Deutsche Bank statt „Privatbankiers“ schlicht „Privatbank seit 1789“ steht, fällt kaum auf.

Im Inneren ändert sich umso mehr. Der neue, von der Deutschen Bank entsandte Chef Wilhelm von Haller muss den Eindruck von Unabhängigkeit bewahren und doch, so berichten Insider, jeden wichtigen Schritt mit den neuen Herren in Frankfurt abstimmen. Er muss im unterentwickelten Risikomanagement Transparenz schaffen und dabei gleichzeitig die diskrete Kultur der Privatbank erhalten. Nur so kann es ihm gelingen, Kunden und Berater bei der Stange zu halten.

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Gespanntes Abwarten

Bisher ist es nur vereinzelt zu Abwanderungen gekommen. Doch die Anspannung ist in Köln greifbar. Dass nun der Branchenprimus hinter der Bank steht, gilt vielen Kunden zumindest als Zeichen von Stabilität. Für 2009 hat Sal. Oppenheim kein Ergebnis vorgelegt, es soll tiefrot gewesen sein. Abwertungen etwa von Krediten und Beteiligungen im Zuge der Übernahme haben dazu beigetragen.

Unter den Beratern herrscht nun gespanntes Abwarten. Einfach ist ihr Job in diesen Tagen nicht. Sie müssen etwa erklären, warum die Bank am Tag der Übernahme die Einlagezinsen gesenkt hat — nach ihren Angaben wegen des durch den Eigentümerwechsel verbesserten Ratings und der dadurch leichteren Refinanzierung. Zudem interpretierte mancher die interne Ankündigung von Hallers, künftig mit einem verwalteten Vermögen von rund 70 Milliarden Euro zu rechnen, als Indiz für einen einkalkulierten Schwund von zehn Milliarden Euro. Sal. Oppenheim stellt dies als Missverständnis dar: Die Angabe habe sich nur auf Deutschland bezogen. Damit würde das bisherige Niveau gehalten.

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