Private Equity: Finanzinvestoren bringen sich mit neuen Deals in Stellung

Private Equity: Finanzinvestoren bringen sich mit neuen Deals in Stellung

Bild vergrößern

Ein Model präsentiert auf der Mercedes-Benz Fashion Week Kreationen des Labels Boss

Die Finanzinvestoren sind geschäftig wie lange nicht mehr. Viele planen schon wieder milliardenschwere Übernahmen und Börsengänge. Doch zum Jubeln ist es noch zu früh.

Das Unternehmen Rudolf Wild ist vor allem bekannt für seine an Aromastoffen reiche Tütenbrause Capri-Sonne, mit der Schüler seit Generationen ihr Pausenbrot herunterspülen. Sein Geld verdient das Unternehmen aus dem baden-württembergischen Eppelheim aber vorwiegend mit natürlichen Aromen für Produkte großer Hersteller wie Unilever oder Nestlé. Vor wenigen Tagen hat sich Firmeninhaber Hans-Peter Wild den Finanzinvestor Kohlberg, Kravis, Roberts (KKR) an Bord geholt. Wild will ins Ausland expandieren und die Aromasparte an die Börse bringen. KKR soll ihm dabei helfen und beteiligt sich mit einer Minderheit. Das lukrative Kleinod Capri-Sonne bleibt im alleinigen Besitz der Familie.

Solche Geschichten hören die Top-Manager der Private-Equity-Branche derzeit gern. Wenn sie am Dienstag in Berlin zu ihrem Gipfeltreffen mit dem aussagekräftigen Namen „Super Return“, zu Deutsch Super-Rendite, zusammenkommen, dürfte die Stimmung deutlich besser sein als vor einem Jahr. Der große Crash, den viele Branchenkenner vorhergesagt haben, ist bisher ausgeblieben. Fast schon vergessen scheinen die Vertreter der Zunft, die die Finanzkrise doch kalt erwischt hat. Mal traf es sie, weil ihre Beteiligungsunternehmen hohe Verluste machten oder ihre Schulden nicht mehr bezahlen konnten. Mal zogen Geldgeber ihr Geld aus den Fonds ab.

Anzeige

Trotz des vorsichtigen Optimismus in der Branche: Martin Hintze, bei der US-Investmentbank Goldman Sachs für die Private-Equity-Aktivitäten im deutschsprachigen Raum verantwortlicher Partner, erwartet noch ein schwieriges Jahr.

Todesurteil in der Branche

Vor allem wird 2010 aber wohl jene Bereinigung der Branche bringen, auf die Marktteilnehmer schon seit Jahren warten. So bereiten die ersten Investoren schon wieder milliardenschwere Übernahmen vor, planen Börsengänge oder Verkäufe ihrer Beteiligungen, während andere sich sorgen müssen, ob es ihnen gelingt, überhaupt noch einmal Geld für einen neuen Fonds einzusammeln. Der britische Investor Candover gab vor wenigen Tagen etwa die endgültige Schließung eines Drei-Milliarden-Euro-Beteiligungsfonds bekannt. Die Geldgeber des Fonds wollten wegen hoher Verluste nicht mehr an Bord bleiben. Dabei hatten die Briten viele Jahre auf dem Heimatmarkt als eine der Star-Private-Equity-Gesellschaften gegolten.

Doch einen Fonds wegen Misserfolgs schließen zu müssen kann in der Private-Equity-Branche das Todesurteil sein. Die Partner einer Gesellschaft leben zum großen Teil von der Managementgebühr, die sie für einen Fonds von ihren Investoren bekommen. Versiegt diese Quelle, sind die Mitarbeiter oft genauso schnell verschwunden wie die Investorengelder.

Hart traf es auch den französischen Konkurrenten PAI, der seinen aktuellen Fonds 2009 auf Druck seiner Geldgeber halbieren musste. Üblicherweise erhalten Private-Equity-Fonds von ihren Investoren das zugesagte Kapital nicht als Bareinlage, sondern sie dürfen das Geld abrufen, wenn sie ein Unternehmen oder eine Beteiligung erwerben wollen.

Einige Fonds wie TPG oder Permira, denen unter anderem das Mode-Label Hugo Boss gehört, boten ihren Investoren schon früh an, ihre Kapitalzusagen zu überdenken und gegebenenfalls nach unten zu korrigieren. Trotzdem hellt sich die Stimmung vereinzelt schon wieder auf. „Natürlich müssen wir an einzelnen Beteiligungsunternehmen weiter kräftig arbeiten. Aber die wirtschaftliche Entwicklung ist in vielen Branchen, in die wir investieren, nicht so schlimm gekommen, wie man noch vor einem Jahr befürchten musste“, sagt Uwe Kolb, Deutschland-Chef des Finanzinvestors Bridgepoint, dem unter anderem der Brillenhersteller Rodenstock gehört. „Wir sind vorsichtig optimistisch für 2010“, so Kolb.

Wohl auch, weil Bridgepoint jüngst ein lukrativer Verkauf gelang: Konkurrent KKR nahm den Briten für einen kolportierten Kaufpreis von 955 Millionen Pfund (1,1 Milliarden Euro) den Tierbedarfshändler Pets at Home ab, den Bridgepoint vor sechs Jahren für 230 Millionen Pfund übernommen hatte.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%