Private Equity: Hoffen auf die Börsengänge

Private Equity: Hoffen auf die Börsengänge

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Bulle und Bär stehen am 30. Dezember 2008 an einem Arbeitsplatz an der Börse. Ob der Börsengang von branntag und Kabel deutschland erfolgreich wird, ist abzuwarten.

Das Geschäft der Finanzinvestoren erlebte im vergangenen Jahr einen beispiellosen Einbruch. Ob 2010 deutlich besser wird, dürfte vor allem von einigen prominenten Börsenkandidaten abhängen.

Wer sich die Zahlen für 2009 anschaut, die der Bundesverband der Kapitalbeteiligungsgesellschaften BVK heute veröffentlicht hat, der glaubt gern, dass die Mitglieder des Verbandes für dieses Jahr überwiegend mit steigenden Investitionen rechnen. Schließlich war der Rückgang der Letzteren im vergangenen Jahr rekordverdächtig. Motto: Schlimmer geht’s ja kaum noch. Um rund drei Viertel sanken die Investitionen der Branche von mehr als neun Milliarden Euro in 2008 auf nur mehr knapp 2,4 Milliarden.  

Dabei hat vor allem das sogenannte Buyout-Geschäft, also die kreditfinanzierte Übernahme von Unternehmen, gelitten. Ein Grund: Die Preisvorstellungen vieler Unternehmensverkäufer lagen im vergangenen Jahr, auch beflügelt durch steigende Börsenkurse, noch immer hoch. Unterdessen litten die Investoren darunter,  dass sie genau diese hohen Preise nicht bieten konnten, weil sie die nötige Finanzierung nicht zusammengekriegt hätten.

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Auch, wenn sich im vierten Quartal eine leichte Erholung gezeigt hat: Stabilität sieht anders aus. Hieß es noch vor wenigen Wochen, Investoren würden für Unternehmensübernahmen durchaus wieder hohe Kredite erhalten, so ist bei  vielen finanzierenden Banken in den vergangenen Tagen angesichts der Griechenland-Krise und weiterer Unwägbarkeiten schon wieder Vorsicht eingekehrt. Auch der Markt für so genannte Hochzinsanleihen, mit denen Investoren ebenfalls Übernahmen finanzieren könnten, hat sich merklich abgekühlt.

Schwieriger Markt für Börsengänge

Dabei wächst der Druck auf die Investoren, das Geld beziehungsweise die Kapitalzusagen, die sie bei Ihren Geldgebern eingesammelt haben, auch zu nutzen. Eine Reihe von Fonds nähert sich allmählich dem Ende des so genannten Investitionszyklus, der in der Regel fünf Jahre beträgt, und hat die zur Verfügung stehenden Mittel noch nicht ausgegeben.

Auch umgekehrt nimmt bei vielen Fonds der Druck zu, das zusammengekaufte Portfolio allmählich mal wieder zu versilbern, sei es durch einen Weiterverkauf oder einen Börsengang. Zwei solcher Börsengänge sind nun für das erste Halbjahr in Deutschland angekündigt. Der Chemikaliengroßhändler Brenntag und der Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland sollen beide an die Börse. Dabei wird vor allem Kabel Deutschland ein spannender Test für die Branche. Deutete noch vor wenigen Wochen alles darauf hin, dass Kabel Deutschland vom jetzigen Eigentümer Providence an einen anderen Investor weitergereicht wird, will Providence das Unternehmen jetzt doch lieber an die Börse bringen.

Doch das Experiment ist nicht ohne Risiko. Der Markt für Börsengänge gilt wegen des geringen Risikoappetits der Investoren weiter als schwierig. Floppt der Kabel-Deutschland-Börsengang, wäre das ein fatales Signal für die Branche. Denn sind Wege, auf denen Private-Equity-Gesellschaften ihre Beteiligungen zu Geld machen, verstopft, schließt sich der Geldhahn auch auf der anderen Seite – beim Einsammeln neuer Fonds. Auf Brenntag und Kabel Deutschland dürfte deshalb wohl die ganze Branche gebannt schauen.

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