Private Equity: KKR folgt Blackstone an die Börse

Private Equity: KKR folgt Blackstone an die Börse

Bild vergrößern

Mitarbeiter der Autowerkstatt-Kette ATU

Die US-Beteilungsgesellschaft Kohlberg Kravis Roberts (KKR) folgt ihrem Rivalen Blackstone an die Börse.

Mit dem bis Jahresende geplanten Gang an die Wall Street will der Finanzinvestor, der auch an zahlreichen deutschen Firmen beteiligt ist, finanziell flexibler werden und seine Marktposition weiter ausbauen. Mit allen Töchtern wird KKR Finanzkreisen zufolge mit 15 bis 19 Milliarden Dollar bewertet, womit dies einer der größten Börsengänge 2008 weltweit werden dürfte.

Der Schritt kommt nicht überraschend, da das Geschäft der von Kritikern als Heuschrecken gebrandmarkten Private-Equity-Häuser durch die US-Finanzkrise deutlich schwerer geworden ist. Einige suchen daher nach neuen Kapitalquellen.

Anzeige

„Mit dem Börsengang wollen wir unser Geschäft auf eine breitere Plattform stellen und unsere Kapitalbasis stärken“, erklärten die KKR-Gründer Henry Kravis und George Roberts. Die Aktien können sie als Akquisititonswährung einsetzen. Neue Geschäftschancen sehen sie unter anderem in den Märkten in Asien, Indien und Lateinamerika. Außerdem wollen sie am Kapitalmarkt in festverzinsliche Wertpapiere investieren und setzen darauf, dass sie künftig mit Aktienvergütungen Mitarbeiter anlocken und besser halten können.

Das Kerngeschäft von KKR, der Kauf und Verkauf von Firmen mit Geld von Investoren und geliehenem Kapital, läuft nicht mehr so gut wie während des Übernahmebooms von 2005 bis 2007. Die Beschaffung von Krediten zum Kauf von Unternehmen ist wegen der Kreditkrise schwerer geworden, attraktive Übernahmeziele sind rar und das Risiko höher. Zudem sinkt der Wert der Beteiligungen.

An ATU und ProSiebenSat.1 beteiligt

KKR verzeichnete im ersten Quartal einen Verlust von 97 Millionen Dollar, nach einem Gewinn von 361 Millionen Dollar im gleichen Zeitraum 2007. Auch Blackstone steckt in den roten Zahlen. Als börsennotiertes Unternehmen muss Blackstone von Quartal zu Quartal den Wert der Beteiligungen beziffern und sich hieraus ergebende Verluste schmälern das Ergebnis. Experten gehen davon aus, dass andere Beteiligungsgesellschaften dem Beispiel von Blackstone und KKR folgen könnten.

Jonathan Nelson, der Chef von Providence Equity Partner, liebäugelte bereits ganz offen mit einem Börsengang. Der Gründer der Carlyle Group, David Rubenstein, rechnet damit, dass nach einer Erholung der Aktienmärkte die Mehrheit der Private-Equity-Firmen an die Börse geht.

KKR strebte bereits 2007 an die Wall Street, verschob das Vorhaben jedoch wegen der internationalen Finanzkrise. Anders als beim Börsengang des Rivalen Blackstone im Juni 2007 wollen die KKR-Inhaber alles Geld im Unternehmen belassen und nicht persönlich Kasse machen. Die Blackstone-Gründer hatten bei dieser Gelegenheit zusammen 2,6 Milliarden Dollar eingestrichen.

Die Details des Börsengangs sind kompliziert: KKR wird seinen an der Amsterdamer Börse gelisteten Investmentfonds KKR Private Equity Investors (KPE) komplett kaufen, dort von der Börse nehmen, mit ihm verschmelzen und dann an der Wall Street notieren lassen. KKR allein ohne den Fonds wird im Rahmen eines Börsengangs mit zwölf bis 15 Milliarden Dollar bewertet, wie Reuters aus Finanzkreisen erfuhr. Die KPE-Aktionäre sollen an dem neuen Unternehmen mit 21 Prozent beteiligt sein, die KKR Holding mit 79 Prozent. Die KPE-Papiere legten am Montag an der Amsterdamer Börse um mehr als 40 Prozent zu.

KKR ist eine der weltweit größten Beteiligungsgesellschaften und in Deutschland unter anderem an der TV-Sendergruppe ProSiebenSat.1 und der Autowerkstattkette ATU beteiligt. Die 500 KKR-Mitarbeiter verwalten derzeit Anlagen im Volumen von rund 61 Milliarden Dollar. Seit seiner Gründung im Jahr 1976 erwirtschaftete KKR nach eigenen Angaben eine durchschnittliche Rendite von 26,1 Prozent.

Bekannt wurde das Unternehmen durch den Kauf des Tabakkonzerns RJR Nabisco im Jahr 1988. Die Übernahmeschlacht war Basis des Beststellers „Barbaren vor der Tür: Der Fall RJR Nabisco“, der später auch verfilmt wurde.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%