Private Krankenversicherung: Debeka-Chef Laue: Bei Abschaffung der privaten Vollversicherung klagen wir sofort

Private Krankenversicherung: Debeka-Chef Laue: Bei Abschaffung der privaten Vollversicherung klagen wir sofort

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Debeka-Chef Uwe Laue wehrt sich gegen Pläne, die private Vollversicherung abzuschaffen

Die privaten Krankenversicherer werden umgehend vor dem Bundesverfassungsgericht Klage einreichen, sollte die Bundesregierung die private Vollversicherung abschaffen. Das kündigte Debeka-Chef Uwe Laue, zugleich Vorstand im Verband der privaten Krankenversicherung (PKV), gegenüber der WirtschaftsWoche an.

Eine Abschaffung der Vollversicherung werde zu einer Entlassungswelle der privaten Krankenversicherer führen. „Wenn wir nicht durchkommen und die Vollversicherung abgeschafft wird, folgt sofort die nächste Klage. Sie können davon ausgehen, dass dann genauso viele Unternehmen wie bei der jetzigen Klage den Weg nach Karlsruhe beschreiten.“ Verfassungswidrig hält Laue eine Abschaffung, weil sie praktisch einer Enteignung der Mitglieder gleich komme eingreift. „Die Altersrückstellungen sind Eigentum der Mitglieder, nicht der Versicherer“, betont Laue. „Die Rückstellungen können auch nicht in eine Einheitsversicherung zur Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung eingebracht werden. Nimmt man sie den Mitgliedern weg, ist das Enteignung.“

Zudem müssten die Versicherer die eingegangenen Verträge erfüllen. „Mehr als zwei Millionen Kunden haben mit uns einen Vertrag für eine Vollversicherung, denen kann man den Schutz nicht wegnehmen. Wir müssten diese zwei Millionen Verträge noch über viele Jahre hinweg weiterverwalten, bis der letzte Kunde gestorben ist. Im Grunde würde es die Vollversicherung weiter geben, nur dass wir keine Neukunden mehr gewinnen könnten.

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Der Gesetzgeber kann solch einen privatrechtlichen Vertrag nicht einfach auflösen.“ Allein bei der Debeka hing ein Großteil der Arbeitsplätze von der Vollversicherung ab, von den Zusatzversicherungen könnten die Agenturen und Vertreter nicht leben. „Mit denen allein kann der Betrieb der Debeka in der heutigen Art und Weise nicht aufrechterhalten werden. Schließlich stammen 85 Prozent unserer Beitragseinnahmen aus der Vollversicherung, nur 15 Prozent aus den Zusatztarifen. Entlassungen wären die Folge, bundesweit müssten bestimmt 1000 Mitarbeiter gehen. Wir haben 8000 Außendienstmitarbeiter, für sie ist die private Vollversicherung eine der wichtigsten Einnahmequellen. In der Verwaltung sind mehr als 1000 Menschen mit der Bearbeitung der Vollversicherung beschäftigt.“

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