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Private Regionalbahnen: Scharfe Konkurrenz für die Deutsche Bahn

von Friedhelm Weidelich

Die Deutsche Bahn bewältigt zwar immer noch 80 Prozent des Regionalverkehrs, hat aber starke Konkurrenz bekommen. Nach einem Ranking des Vereins Allianz pro Schiene gehören die regionalen Privatbahnen zu den erfolgreichsten und Besten.

In Bayern gehört die BOB fest zur Landschaft. Ein neuartiges Flügelzugsystem sorgte zwar anfangs für Pannen, beschert den Fahrgästen aber heute umsteigefreie Verbindungen bis nach München. Durchgehender Stundentakt, zu Hauptverkehrszeiten sogar Halbstundentakt, das hat die Fahrgäste überzeugt. „Eine der besten", urteilte die Stiftung Warentest. Betreiber: Bayerische Oberlandbahn GmbH, Fahrgäste 1997 bis 2007: plus 233 Prozent Quelle: Bayerische Oberlandbahn
In Bayern gehört die BOB fest zur Landschaft. Ein neuartiges Flügelzugsystem sorgte zwar anfangs für Pannen, beschert den Fahrgästen aber heute umsteigefreie Verbindungen bis nach München. Durchgehender Stundentakt, zu Hauptverkehrszeiten sogar Halbstundentakt, das hat die Fahrgäste überzeugt. „Eine der besten", urteilte die Stiftung Warentest. Betreiber: Bayerische Oberlandbahn GmbH, Fahrgäste 1997 bis 2007: plus 233 Prozent Quelle: Bayerische Oberlandbahn

Die Regiobahn Kaarst – Mettmann, die jeden Tag Pendler nach Düsseldorf bringt, kann stolz sein. Der Verein Allianz pro Schiene bescheinigt ihr, die erfolgreichste Privatbahn Deutschlands zu sein. Denn die modernen schwarz-weiß-roten Dieseltriebwagen mit dem Markennamen „Talent“ haben ihr binnen zehn Jahren 3790 Prozent mehr Fahrgäste beschert.

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Rund 20.000 Menschen entscheiden sich jeden Tag für die klimatisierten Züge, die im 20-Minuten-Takt das niederrheinische Flachland mit der Landeshauptstadt und dem Bergischen Land verbinden. „Sicherheit, Pünktlichkeit, Freundlichkeit und Sauberkeit und eine gut organisierte Transportkette sind die Erfolgsfaktoren“, zählt Regiobahn-Geschäftsführer Joachim Korn auf, der gelegentlich selbst den Führerstand in einem der zwölf Triebwagen übernimmt.

Mehrfach vergrößerte Parkplätze und neue Bahnhöfe locken immer mehr Fahrgäste in der staugeplagten Region an. Jetzt könnte die Strecke bis Wuppertal verlängert werden, wenn die Finanzierung gesichert wäre. Doch die hochkomplexen Regelungen des Regionalverkehrs legen erfolgreichen Bahnen immer noch Steine auf die Schiene.

"Schienenverkehr attraktiver gestalten"

Seit 1996 sind die Bundesländer für den regionalen Schienenverkehr zuständig, sie bestellen die Züge nach einer Ausschreibung und erhalten dafür vom Bund Regionalisierungsmittel. Die wurden vom Bundesfinanzminister in den vergangenen Jahren auf 6,67 Milliarden Euro gekürzt, obwohl die Verkehrsleistung im Regionalverkehr von 1995 bis 2008 um 33 Prozent gestiegen ist.

Die seit 2009 geltende Dynamisierung um jährlich 1,5 Prozent ist den Schienenverkehrs-Befürwortern der Allianz pro Schiene nicht genug. „Wir möchten eine Erhöhung auf 2,5 Prozent“, forderte Allianz-Geschäftsführer Dirk Flege von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee bei der Präsentation 15 erfolgreicher Bahnen in Berlin, die nach den größten Fahrgastzuwächsen, pro Bundesland und gut verteilt in städtischen und ländlichen Gebieten ausgewählt wurden.

Tiefensee aber wollte sich nur auf „mindestens 1,5 Prozent“ festlegen lassen. „Wir müssen den regionalen Schienenverkehr gegenüber dem Individualverkehr noch attraktiver gestalten“, dozierte der wahlkämpfende Minister vor 160 Vertretern von regionalen Privatbahnen und der Schienenfahrzeugindustrie.

Störanfällige Triebwagen

Die Deutsche Bahn bewältigt zwar immer noch 80 Prozent des Regionalverkehrs, hat aber starke Konkurrenz bekommen: Manchmal sind es Zwerge wie die Prignitzer Eisenbahn, die 1996 von zwei Eisenbahnern gegründet wurde. Die ehemaligen Reichsbahn-Lokführer Thomas Becken und Mathias Tenisson hatten zunächst mit alten DB-Schienenbussen die Strecke Neustadt/Dosse – Kyritz am Leben erhalten und mit Pflanzenöl als Treibstoff auf sich aufmerksam gemacht.

Jetzt gehört die Bahn zum internationalen Verkehrskonzern Arriva, der in neue Triebwagen investierte, die auch im Ruhrgebiet, von Dortmund nach Enschede und nördlich und östlich von Berlin automüde Fahrgäste anziehen. Neue Fahrzeuge, guter Service, eingängig vertaktete Fahrpläne, Imagewerbung und ein tiefes Verständnis für lokale Verkehrsbedürfnisse gehören zu den Vätern des Erfolgs.

Und Menschen wie Heino Seeger: „Die Eisenbahn muss ein Gesicht haben“, sagt der Geschäftsführer der Bayerischen Oberlandbahn (BOB). Die Bahn war 1998 mit futuristischen, aber sehr störanfälligen Triebwagen auf der ehemaligen Tegernseebahn ab München gestartet und erkämpfte sich trotzdem in zehn Jahren ein Fahrgastplus von 233 Prozent „Regionales Marketing ist das A&O“, sagt der aus der Eifel stammende Geschäftsführer.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 17.09.2009, 14:07 UhrAnonymer Benutzer: Haarspalter

    Rechthaberei

    "Privat" ist, was nicht dem bund gehört ? bei soviel Rabulistik verschlägt es einem förmlich die Sprache. Danach ist wohl auch die Länderpolizei lediglich eine "private" Schutztruppe.
    Wie dem auch sei, die Länder schreiben Verkehrsleistungen aus, bestellen diese vielfach bei sich selbst und nennen das dann auch noch Wettbewerb. Rabulistik auch hier.

  • 16.09.2009, 22:19 UhrAnonymer Benutzer: Der Autor

    Kommentare, die "keine Ahnung" enthalten, machen so schön nieder, gell? Der begriff der Privatbahnen wird in der gesamten bahnindustrie verwendet und ist ein Synonym zu dem älteren begriff "Nichtbundeseigene bahnen". "Privat" ist demnach alles, was nicht dem bund gehört, also auch die HLb. Für diese bahnen sind die Länder verantwortlich. Sie finden mehr dazu unter "NE-bahnen" in Wikipedia. Mit Selbstkontrahierung (insichgeschäften) hatte dieser beitrag rein gar nichts zu tun, sondern mit dem erfolgreichen Werben um Fahrgäste, sagt der Verwaltungswissenschaftler übrigens dazu.

  • 16.09.2009, 20:42 UhrAnonymer Benutzer: Oberschaffner

    Keine Ahnung

    Von wegen "private" bahnen - da lachen ja die Hühner !
    Der Autor hätte sich vielleicht einmal die besitzverhältnisse der hochgepriesenen "Privaten" ansehen sollen, bevor ihn die Euphorie übermannte.
    Gerade die genannte "Taunusbahn" ist dafür ein Paradebeispiel: Sie gehört zum Verbund der Hessischen Landesbahn (HLb). Und diese gehört - genau - dem Land Hessen. Dieses Land ist für die Vergabe der Nahverkehrsverträge zuständig und - komischer Weise - erhält die eigene Eisenbahn immer mehr Aufträge zu Lasten der Db AG. Das ist eine Verlagerung von einer Staatsbahn zur anderen - mehr nicht. Selbstkontrahierung sagt der Jurist übrigens dazu.

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