Privatjetbetreiber Netjets: "Wir spüren keinen Gegenwind"

Privatjetbetreiber Netjets: "Wir spüren keinen Gegenwind"

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Das Geschäftsflugzeug Dassault Falcon 7X bei der Paris Air Show 2005. Unter anderem bietet NetJets Europe seinen Kunden ein solches Modell an.

von Rüdiger Kiani-Kreß

NetJets’ Europa-Chef Eric Connor über die Sanierung des Privatjetbetreibers und den Kauf des Flughafens Egelsbach bei Frankfurt.

WirtschaftsWoche: Mister Connor, Flugzeughersteller und Fluglinien haben die Krise überwunden. Die Privatfliegerei hinkt hinterher. Warum?

Connor: Für die Privatfliegerei insgesamt mag die Entwicklung stimmen. Für unser Unternehmen kann ich das so nicht bestätigen. Wir hatten 2009 mit 20 Prozent einen geringeren Rückgang an Flügen als der Branchendurchschnitt mit einem Minus von 30 Prozent. Jetzt haben wir zwölf Prozent Zuwachs gegenüber dem Vorjahr, einige Bereiche liegen sogar 60 Prozent darüber. Dazu haben wir wieder deutlich mehr Kundengespräche und Probeflüge. Das Boomjahr 2008 haben wir noch nicht ganz erreicht. Aber damals hatten wir ein Allzeithoch.

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In den USA betrachten Unternehmen die Nutzung von Privatjets inzwischen als Verschwendung. Spüren Sie das in Europa auch so?

Zur Diskussion in den USA will ich nichts sagen. In Europa werden die Vorteile deutlicher gesehen, die wir bieten, etwa dass wir Managern Wartezeiten am Flughafen ersparen und sie so produktiver machen. Wir spüren keinen Gegenwind.

Wenn alles so gut läuft, warum wurde das Unternehmen dann in den vergangenen Monaten umstrukturiert?

Natürlich mussten auch wir in der Krise unsere Kosten senken. Aber wir haben versucht, den Einfluss auf unsere Belegschaft so gering wie möglich zu halten. Wir haben Freiwillige für Teilzeitarbeit gesucht, die Resonanz war groß.

Aber vom alten Top-Management ist fast niemand mehr da.

Sie alle haben großartige Arbeit geleistet und waren eine Bereicherung für das Unternehmen. Einige von ihnen haben sich entschieden, die Firma zu verlassen, um andere Aufgaben wahrzunehmen. Solche Schritte sind immer Teil der Entwicklung von Unternehmen.

Seit 2006 haben Sie sehr viele Flugzeuge bestellt – zu viele?

Nein. Wir sind seitdem stark gewachsen. Doch wir brauchen neue Flugzeuge nicht nur für neue Kunden, sondern weil wir ältere Maschinen wieder verkaufen, um unsere Flotte jung zu halten.

Warum haben Sie dann Aufträge storniert?

Wir hatten zwischendurch einen gewissen Überhang. Doch darüber haben wir mit den Herstellern geredet und uns auf einen Kompromiss geeinigt, mit dem wir und die Hersteller zufrieden waren.

Sie haben also einige Bestellungen storniert, einige aufgeschoben und Preisnachlässe ausgehandelt?

Ja.

Sie bieten jetzt auch Jahrespakete von 25 Flugstunden an. Nähern Sie sich damit nicht zu sehr Charterkonkurrenten an, die Jets vermieten?

Nein. Nur wir garantieren unseren Kunden quasi über Nacht ein Flugzeug mit bestem Service und größtmöglicher Sicherheit.

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