ProSiebenSat.1: Ebeling hat ein gutes Händchen

KommentarProSiebenSat.1: Ebeling hat ein gutes Händchen

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Der Vorstandsvorsitzende der ProSiebenSat.1 Media AG, Thomas Ebeling

von Peter Steinkirchner

Man kann nicht sagen, er habe nicht alles versucht: Thomas Ebeling, Vorstandschef von ProSiebenSat.1, setzt seine Aufräumarbeiten beim Münchner Senderkonstrukt konsequent fort – und verkauft jetzt seine Benelux-Töchter für 1,23 Milliarden Euro deutlich teurer, als von Analysten erwartet.

Nach der Zusammenlegung der Sender am Standort Unterföhring bei München und dem Verkauf des kleinen Nachrichtensenders N24 an das Management ist der Verkauf von Sendern und einer Programmzeitschrift in den Niederlanden und Belgien der nächste große Schritt dahin, den gewaltigen Schuldenberg des Münchner TV-Konzerns zu reduzieren. Ebeling profitiert dabei vor allem von der anziehenden Werbekonjunktur. Die trägt mit dazu bei, dass die Münchner gut 300 Millionen Euro mehr für ihre Fritten-Ableger kassieren, als Analysten erwartet hatte. Ebeling selber freut sich freimütig: „Wir haben für die Geschäftsbereiche in Belgien und den Niederlanden eine Bewertung realisiert, die das Multiple des Geasmtkonzerns deutlich übertrifft.“ Das Geld aus dem Verkaufserlös soll nun vor allem den Schuldenabbau gesteckt werden, die sich Ende 2010 auf drei Milliarden Euro beliefen.

Der hohe Preis war im wesentlichen auch der Grund dafür, dass sich die RTL Group, die ebenfalls am Kauf der Benelux-Sender interessiert war, bereits am Dienstag aus dem Rennen um die Sender verabschiedet hatte. Zum Zuge kam stattdessen der finnische Medienkonzern Sanoma. Der hatte sich für die Akquisition in Holland mit dem Medienmilliardär und „Big Brother“-Erfinder John de Mol zusammengetan, auch in Belgien haben sich die Finnen mit zwei lokalen Unternehmen verbündet.

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Skandinavien bleibt

Weiter im Stall dagegen behält Ebeling das Skandinavien-Geschäft, obwohl auch dafür zwei Gebote auf dem Tisch lagen. Nach dem überraschend hohen Verkaufspreis für die Benelux-Kanäle drängt ein weiterer Verkauf jedoch nicht. Zudem soll ProSiebenSat.1 weiterhin als über die Grenzen des deutschen Sprachraums hinaus aktiver Konzern wahrnehmbar bleiben – schließlich wollen die Eigner KKR und Permira  ihre Mehrheit an ProSieben voraussichtlich noch in diesem Jahr zu Geld machen, indem sie ihre Anteile an der Börse zu platzieren. Mit dem jüngsten Verkauf hat Ebeling den Konzern jedenfalls deutlich appetitlicher hergerichtet.

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