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Provisionsabhängiger Verkauf: Werden Millionen von Versicherungskunden abgezockt?

Nach den Berichten über die Versicherungswirtschaft auf wiwo.de fragen sich viele Verbraucher: Werde ich von meinem Vermittler fair beraten?

Beratungsgespräch in einer Bank Quelle: Commerzbank AG
Beratungsgespräch in einer Bank Quelle: Commerzbank AG

Die Verunsicherung sitzt tief. Etliche Leser haben diese in ihren Kommentaren zu den Artikeln geschrieben. Kein Wunder: Auch einige Vertreter räumen in ihren Kommentaren ein, dass sie oft nicht die Produkte empfehlen, die für die Kunden am besten geeignet wären, sondern die Produkte, die für sie die höchsten Provisionen oder Bonifikationen bringen. Doch sind solche Verkäufer die Regel oder eher die Ausnahme?

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Häufig geben Versicherungsunternehmen ihren Vertretern genau vor, wie viele Produkte sie verkaufen sollen. Werden die Verkäufer durch diese Vorgaben gezwungen, die falschen Produkte zu verkaufen? Hat der Vertriebsdruck der Versicherungsunternehmen in den letzten Jahren so zugenommen, dass gute Beratung und ein fairer Verkauf fast gar nicht mehr möglich sind - wie einige Leser vermuten?

wiwo.de hat den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) und den Bundesverband Versicherungsberater (BVVB) gebeten, sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen. Es antworten Peter Schwark, Leiter Presse und Information des GDV, und BVVB-Vizepräsident Jürgen Karpf.

Verbraucher und Unternehmen zahlen 20 Milliarden zu viel für ihre Versicherungen

Jürgen Karpf, BVVB:

Die Beratung durch provisionsabhängige Versicherungsvertreter oder Makler kommt die Kunden teuer zu stehen. Verbraucher und Unternehmen zahlen für ihren Versicherungsschutz - der in vielen Fällen nicht einmal bedarfsgerecht ist - jährlich mindestens 20 Milliarden Euro mehr als nötig. Das hat der Bundesverband der Versicherungsberater (BVVB) auf Basis der eigenen Fallpraxis hochgerechnet.

Allein die Verbraucher könnten beim Versicherungsschutz gut 20 bis 30 Prozent einsparen. Bisher lassen sich die Bundesbürger ihre rund 422 Millionen Versicherungsverträge gut 183 Milliarden Euro im Jahr kosten. Pro Haushalt könnten die Bundesbürger jedes Jahr im Durchschnitt rund 400 Euro sparen, die sie für falschen, unsinnigen oder zu teuren Versicherungsschutz ausgeben.

Auch bei Versicherungsverträgen für Selbstständige und Unternehmen besteht erhebliches Optimierungspotential. Wir schätzen, dass Unternehmen ihre Kosten für die Absicherung von Risiken branchenübergreifend um 30 Prozent reduzieren könnten, ohne nachher schlechter abgesichert dazustehen als heute. Oft sind noch höhere Einsparungen festzustellen, teilweise von mehr als 50 Prozent bei gleichem Versicherungsschutz. Vor allem kleinere Unternehmen und der Mittelstand könnten durch ein optimiertes Risikomanagement profitieren. Denn hier ist der Einfluss von den Verkäufern der Versicherungswirtschaft besonders groß. In der Praxis summieren sich die Einsparungen im Einzelfall mitunter schnell auf mehr als 10.000 Euro und mehr im Jahr.

Zu diesem Artikel
70 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 18.03.2011, 17:24 Uhrzu Peter Jäger

    Entschuldigen Sie bitte, Sie sind ein bankengeprägter Mensch.
    Was macht Sie so sicher, daß nur ein Sparvertrag bei " ihrer bank " die richtige Lösung ist?
    Wußten Sie übrigens, daß auch freie und unabhängige Versicherungsmakler ( keine Strukturvertriebe) Sparpläne anbieten,
    bei welchen der Sparer fast keine Kosten hat? Vermutlich nicht, denn sonst würden Sie so etwas nicht schreiben.
    Was nützt mir übrigens ein Sparplan bei der bank, der " kostenlos ist, wenn Sie dafür nur 1,5 % Zinsen erhalten?
    Glauben Sie mir, die bank schenkt ihnen nichts. ich bin seit 20 Jahren in der Finanzbranche tätig.
    Es ist illusorisch zu glauben, bei der bank gäbe es etwas umsonst.

    Lutz

  • 26.02.2011, 19:18 UhrPeter Jäger

    Natürlich werden die Kunden falsch beraten. Zum einen am bedarf vorbei und zum anderen will der provisionsabhängige Vertreter und Makler ja auch leben.
    Ein einfacher Sparbetrag bei einer bank ist eine bessere Altersvorsorge, als die Versicherung bieten kann. ich habe keine Abschlußkosten, kann jederzeit über mein Geld verfügen und spare so wie ich kann.
    Außerdem wird bei der beratung die inflation gerne abgeschwächt oder ganz vergessen, Rendite hört sich ja dann besser an.
    Versichern ja, aber nur was man braucht und das ist nicht viel.

  • 21.08.2008, 00:36 Uhrkunde

    als bei meiner bank bekommt man bei jedem gespräch, sogar wenn man mal an der kasse geld abheben will, versicherungen angeboten. so kleine zettel geschickt, eu vermittlerrichtlinien, es sei gesetz mit der bank zu reden, wer das nicht tut, bricht gesetze. und wenn man hingeht, muss man alles sagen was man irgendwo an versicherungen hat, da dies das gesetz vorschreibe.selbst wenn man mal ein sparbuch eröffnen will würde das gesetz sagen,dass der berater das mit einem besprechen muss, da ja ein sparbuch das falsche produkt sein kann. evtl auch besser mal eine versicherung zu machen und nach einem oder zwei jahre wieder aufzulösen,falls man das geld doch wieder bräuchte, wenn man das nicht will, kann man ja kredit aufnehmen. irgendwie komische geschäftsgebahren.oder ?

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