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Prozess mit Oracle: SAP fordert Maulkorb

von Thomas Stölzel

Wenn sich die zwei Softwareriesen SAP und Oracle an diesem Montag zum Auftakt eines sechswöchigen Prozesses vor Gericht treffen, geht es um nicht weniger als einen der größten Spionagefälle der modernen Wirtschaftsgeschichte.

Oracle-Chef Larry Ellison Quelle: REUTERS
Oracle-Chef Larry Ellison Quelle: REUTERS

Wenn sich die zwei Softwareriesen SAP und Oracle an diesem Montag zum Auftakt eines sechswöchigen Prozesses vor Gericht treffen, geht es um nicht weniger als einen der größten Spionagefälle der modernen Wirtschaftsgeschichte. Der US-Konzern Oracle wirft dem deutschen Rivalen vor, bis 2007 mehrmals in Oracle-Server eingebrochen und interne Daten gestohlen zu haben. Es ist der Stoff, der beiden Unternehmen die Aufmerksamkeit der Medien garantiert. Weil vor allem SAP als Beklagter Negativschlagzeilen fürchtet, hat der Konzern aus Waldorf nun das zuständige Gericht in Kalifornien aufgefordert, allen beteiligten Anwälten richterlich zu verbieten, mit Journalisten zu sprechen. Das entsprechende Gesuch liegt der WirtschaftsWoche vor. Anwälte von Oracle-Chef Larry Ellison hatten zuvor dem SAP-Antrag zufolge klargemacht, dass man „jegliche Einschränkung von außergerichtlichen Statements durch Anwälte während des Prozesses ablehnt“.

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Verlobte in der PR-Abteilung

Zur Begründung des Vorstoßes verweist SAP auf einen Bericht der „New York Times“, in dem Kolumnist Joe Nocera den Ex-SAP- und designierten Hewlett-Packard-Chef Léo Apotheker des „schwersten Wirtschaftsverbrechens, das man begehen kann“, beschuldigt. Auch behauptet Nocera, dass Beweise belegten, Apotheker habe von der Spionage gewusst. Später gab die Zeitung zu, dass ausgerechnet die Verlobte des Autors in der PR-Abteilung von Oracles Anwaltskanzlei arbeitet und als Quelle diente.

Dem Gesuch zufolge befürchtet SAP, dass gegnerische Anwälte mit weiteren Negativberichten die Geschworenen beeinflussen – selbst wenn es denen verboten ist, sich in Medien über den Fall zu informieren.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 01.11.2010, 11:20 UhrAnonymer Benutzer: HP ist das Ziel

    Es hört sich für mich nach diesem Auszug hier eher danach an, als wolle man Leo Apotherker, also HP's neuem CEO ans Fell und seinen Ruf ruinieren, damit HP Probleme bekommt, weniger SAP. HP und Orcale streitens ich seit Hurd's Wechsel wie die Kinder, da passt das wohl eher rein. SAP wird in Mitleidenschaft gezogen, aber das Ziel von Ellison ist Apotheker

  • 01.11.2010, 10:29 UhrAnonymer Benutzer: Hägar Schmidt

    Speziell von Larry würde ich erwarten, dass er:
    a) den Prozess so weit treibt, bis SAP mehrere Milliarden Strafe drohen
    b) er wird dann zu den SAP-Aktionären gehen (insider sind ja inzwischen eine Minderheit) und macht ihnen ein Angebot, das sie nicht ablehnen können
    c) Oracle kauft SAP und macht es quelloffen (oh boy, wir würden den furchtbaren Code sehen!!!), anschliessend bietet er SAP "aus der Wolke" an.

    Das würde zum Ruf des Dschingis Khan-Larry passen. Er würde HP plattmachen und SAP vom Markt nehmen. The best of both worlds!

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