Prozess: Schelsky bleibt für Siemens gefährlich

Prozess: Schelsky bleibt für Siemens gefährlich

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Ex-AUB-Chef Wilhelm Schelsky (l) mit seinem Anwalt Rainer Steffens

Auch nach dem heutigen Urteil in Nürnberg bleibt der frühere AUB-Chef Wilhelm Schelsky für Siemens gefährlich – vor allem für Deutschland-Personalchef Walter Huber.

Mit dem heutigen Urteil im AUB-Prozess ist für Siemens die Affäre um die Betriebsräte-Organisation noch nicht ausgestanden. Wenn Ex-Siemens-Zentralvorstand Johannes Feldmayer und Ex-AUB-Chef Wilhelm Schelsky oder die Staatsanwaltschaft in die Revision gehen, wird erneut durchleuchtet, wie der Konzern mit 50 bis 60 Millionen Euro die AUB förderte, um ein Gegengewicht zur IG Metall aufzubauen.

Sorgen machen muss sich Siemens um den amtierenden Deutschland-Personalchef Walter Huber. Seit eine Zeugin im Prozess vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth beschrieb, wie der Personalmanager 2001 ihren Wechsel von Siemens zur AUB gefördert und begleitet habe, kommen immer neue Details über Hubers AUB-Verbindung heraus. So liegt der WirtschaftsWoche ein AUB-Papier von 1991 vor, auf dem Huber – wie ein AUB-Funktionär – einem Teilnehmer den Besuch des Seminars „Arbeitsrecht I“ mit seiner Unterschrift bescheinigte. Es war das Jahr, in dem Huber zu Siemens kam – und zwar auf Empfehlung von Schelsky, wie ein früherer Siemens-Personalmanager als Zeuge vor Gericht behauptete.

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Huber pflegte zu AUB-Oberen auch private Beziehungen. Ihm und seiner Gattin, einer früheren AUB-Geschäftsführerin, stellte Schelsky angeblich sein Ferienhaus in Österreich zur Verfügung. Im Umfeld des Siemens-Aufsichtsrats sieht man Hubers Position kritisch: „Das Eis wird dünner.“ Zu den Behauptungen wollte Huber sich nicht äußern. In früheren Statements betonte sein Anwalt jedoch, es gebe „keine Nähe Herrn Hubers zur AUB-Thematik. [...] Er wusste nichts davon, dass Siemens eventuell unrechtmäßig Schelsky unterstützte“.

Schelsky sieht das anders. „Seit 1991“, so Schelsky, „war Huber meine Hauptanlaufstelle bei Siemens.“ Bei AUB-Referententreffen, an denen Huber teilnahm, habe man „Interna aller Art besprochen“. Gegenüber der WirtschaftsWoche bekräftigte Schelsky: „Huber wusste alles.“

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